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QR-Code statt Brand möglich

Dank des QR-Codes können bequem alle Informationen über ein Pferd erfasst werden. Foto: H. de Vries

 Die Holländer machen es uns wieder einmal vor: Nach Linearem Scoring und Genomischer Selektion eröffnet der KWPN ein neues Kapitel der innovativen Zuchtgeschichte. Derweil hierzulande monatelang auf höchsten Ebenen der Politik und der Verbände um den Heißbrand gestritten wurde, und nun nach zähem Ringen sowohl der Band mit dem glühenden Eisen, als auch ganz aktuell wieder der Nummernbrand mit ins Repertoire aufgenommen werden darf (Siehe Zucht, S. 49) sind uns die Niederländer bereits wieder zwei Schritte voraus:
Die ersten Fohlen mit QR-Code dürfen ab diesem Frühjahr gebrannt werden! Bislang hatte sich der niederländische Zuchtverband „Koninklijk Warmbloed Paard Nederland“ (KWPN) ganz aus dem Brenngeschehen herausgehalten. Kein KWPN Pferd hat jemals einen Heißbrand besessen, der Mikrochip war, Jahre bevor sich die deutschen Zuchtverbände dazu entschließen konnten, Standard im Land von Tulpe und Gouda.
Nun aber waren die Verantwortlichen beim KWPN von der Möglichkeit fasziniert, mithilfe des eingebrannten QR-Code Jedermann die Möglichkeit zu eröffnen, mit Smartphone und Lese-App QR-Reader in sekundenschnelle umfassende Informationen über ein Pferd zu erhalten (der Kürzel QR steht für Quick Response, auf deutsch „schnelle Antwort“). So sehr, dass man sich für eine dreimonatige Testphase ab April für den aktuellen Fohlenjahrgang entschieden hat. Vorausgegangen war eine Feldstudie im neuen KWPN-Center in Ermelo.
Henk de Vries, Vorstandsmitglied des KWPN, formulierte es pragmatisch und weltoffen, so wie man es von den findigen Niederländern gewohnt ist: „Physiologisch ist das Einbrennen eines QR-Codes in die Haut genau wie das Setzen des Brandzeichens überhaupt kein Problem. Bei Schimmeln und im Sommerfell kann der Code problemlos gescannt werden, wie unsere Versuchsreihen schon bewiesen haben. Wir sind deshalb so vom QR-Code überzeugt, weil er größtmögliche Transparenz bietet: Jeder interessierte Züchter erhält mit seinem Smartphone wichtige Basisinformationen wie Pedigree, Geburtsdatum, Sport- und Zuchtdaten der Elterntiere. Es kann nicht nur Privileg der Tierärzte sein, mithilfe des teuren Mikrochip-Scanners die Identität abzulesen zu dürfen. Und man bekommt mit dem QR Code viel mehr Informationen als über einen Mikrochip. Etwas anderes kann sich ein moderner Zuchtverband meiner Meinung nach heute gar nicht mehr leisten.“
Zum Fohlenbrennen werden sogenannte SQRC-Codes verwendet. Sie bieten im Vergleich zu den üblichen QR-Codes die Möglichkeit, die zwei Leselevel „öffentlich“ und „privat“ anzulegen. SQRC ist eine Handelsmarke der japanischen Firma Denso Wave Incorporated, die die Feldstudie in Ermelo unterstützt hatte.  J. W.



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