Ausbildung

Die neuen Stilspringen

Ausbildung 5 12 Hilker
(Foto: Dr. Jasmin Wiedemann)

Stilspringen mit Standardanforderungen gibt es seit langem. Doch nun bringt das neue Aufgabenheft 2012 frischen Wind in den Stangenwald. Das Ziel ist klar definiert: Die neuen Standardparcours fördern die dressurmäßige Ausbildung des Springreiters. Parcourschef Eckhard Hilker erläutert sie.
Vor allem Jugendliche, die am Beginn einer Karriere im Leistungssport stehen, sollen künftig zu stilistisch gutem Reiten motiviert werden. Dazu sind die Stilspringen mit Standardanforderungen ideal geeig-net. Schließlich enthalten sie Elemente und Distanzen, Trabaufgaben und bestimmte Hufschlagfiguren, die zeigen, ob ein Pferd korrekt an den Hilfen steht und durchlässig ist.

Bisher wurden die Stilspringprüfungen mit Standardanforderungen leider nur selten ausgeschrieben, denn fürs Turnierteam bedeuteten sie immer einen hohen Zeit- und Arbeitsaufwand.
Um diese Prüfungen attraktiver zu machen, haben meine Kollegen Hans Sattler und Georg-Christoph Bödicker zusammen mit mir und der Fachgruppe Parcoursbau der FN ein flexibleres Konzept erarbeitet. Wir Parcoursaufbauer haben nun deutlich mehr Möglichkeiten. Schließlich beinhaltet das neue Aufgabenheft 22 Beispielparcours von Klasse E bis M. Deren Elemente können mit geringem Umbauaufwand in die vorhandenen Parcours eingefügt werden. Alle Modellparcours gelten für Hallen von 20 x 40 und 20 x 60 Meter Größe. Außerdem gibt es vier Championatsparcours für größere Hallen (z. B. für das Nachwuchschampionat der Springreiter). Für das Training zu Hause empfehle ich, die Parcours wie im Aufgabenheft aufzubauen. So lassen sich die Anforderungen auf dem Turnier am besten trainieren.
Beim Stilspringen mit Standardanforderungen gehören das Einreiten, Halten und Grüßen schon mit zur Aufgabe. Auf die Korrektheit dieser Dressurelemente wird großer Wert gelegt, und ihre Ausführung fließt in die Note mit ein. Die Reitwege sind vorgeschrieben, Wendemarken erleichtern es den Reitern, den richtigen Weg zu finden.

So lernt der Reiter etwas

Je nach Aufgabe müssen einzelne Hindernisse (Klasse E) sowie Hindernisse und Kombinationen (Klasse A bis M) gesprungen werden. Die Zahl der Galoppsprünge zwischen zwei Sprüngen kann vorgegeben werden. Das Tempo liegt fest: 350 Meter pro Minute auf Außenplätzen und 325 Meter in der Halle. Wie der Parcourschef die einzelnen Elemente zusammenfügt, entscheidet er selbst. Wichtig ist, dass der Parcours harmonisch, rhythmisch und für Reiter und Pferd ausbildungsgerecht absolviert werden kann.
Natürlich dauert ein Stilspringen mit Standardaufgaben etwas länger als ein normales Springen. Dies ergibt sich auch schon dadurch, dass jeder Ritt anschließend vom Richter kommen-tiert wird. Doch nur so können die Teilnehmer etwas lernen und für ihr späteres Training profitieren. Darüber hinaus wird die Prüfung durch die Kommentierung auch für die Zuschauer einfach interessanter.
Bei der Ausschreibung von Stilspringen mit Standardanforderungen sollte darauf geachtet werden, dass die Zahl der Starter überschaubar bleibt. Ein Feld mit 90 Reitern ist für dieses Prüfungsformat ungeeignet. Ideal sind Standardparcours jedoch bei Serien, Qualifikationen und Nachwuchscups.
Damit die Springen mit Standardanforderungen auf keinen Fall langweilig fürs Publikum werden, könnten sie zum Beispiel mit erlaubter Zeit (EZ) ausgeschrieben werden. Zwar sind Stilspringen mit EZ in der derzeitigen LPO nicht enthalten, sie sollen aber in die LPO 2013 aufgenommen werden.
Mit einer entsprechenden Ausschreibung können die Prüfungen mit EZ auch in dieser Turniersaison schon angeboten werden. Sie erhöhen in jedem Fall die Spannung.
Der Dreiklang aus Stilnote, Fehler und Zeit macht aus einem Stilspringen mit Standardanforderungen einen richtig guten Turnierwettbewerb.

Standardparcours M1 auf 20x60
(Illustration: FN)

Hier sehen Sie ein Beispielparcours für ein Stilspringen der Klasse A mit Standardanforderungen.

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