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Es gibt keine Wildpferde mehr

Lange dachte man, Przewalski-Pferde seien die letzten echten Wildpferde. Jetzt steht fest: Es sind ­verwilderte Hauspferde. Foto: C. Slawik

Echte Wildpferde gibt es auf der Welt nicht mehr. Zu diesem Ergebnis kommt eine kürzlich im Magazin Science veröffentlichte Studie einer internationalen Forschergruppe, zu der auch Wissenschaftler des Berliner Leibnitz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) gehören.
Bisher galten die in der mongolischen Steppe lebenden Przewalski-Pferde als letzte echte Wildpferde. Genetische Untersuchungen zeigten nun aber, dass es sich bei den Przewalski-Pferden um sekundär verwilderte Hauspferde handelt, die von den Hauspferden des damals im nördlichen Kasachstan sesshaften Volks der Botei abstammen. Diese Botai-Pferde müssen wiederum andere, wilde Vorfahren gehabt haben. Das Genom unserer heutigen Hauspferde zeigt keine Verwandtschaft zu den Przewalski-Pferden. Die Forscher vermuten, dass um etwa 3 000 vor Christus eine andere, bisher unentdeckte Gruppe von Pferden als Vorfahren des heutigen Hauspferdes dienten. go