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Mit Perfektion zum Ziel

Philip Goroncy ist amtierender Junior-Vize-Weltmeister im Voltigieren (Foto: Dr. J. Wiedemann)

Philip Goroncy ist gebürtig aus Drensteinfurt. Mit seinen Eltern und seinem Bruder Fritz wohnt er auf dem ehemaligen landwirtschaftlichen Betrieb seiner Urgroßeltern, die vor 80 Jahren dorthin gezogen sind. Die Tradition lebt Philips Vater weiter, der auf dem Hof einen eigenen Betrieb  für Garten- und Landschaftsbau führt. Das wird offensichtlich, kommt man zum Anwesen Goroncy gefahren, das etwas abgelegen in einer Bauerschaft liegt: Die Wohn- und Stallgebäude sind eingebettet in ein liebevoll gestaltetes Ambiente mit Wegen, Teich, Sitzgelegenheiten, Sträuchern, Blumen und nicht zuletzt der großen Obstwiese. Auf der tummeln sich Shetlandponyhengst  Harry und der Schimmel Bambi.
„Schon zu Großvaters Zeiten gab es hier Pferde und für uns Enkelkinder Ponys“, erzählt Philip, wie Oma und Opa ihn und seinen Bruder mit den Tieren des Hofes vertraut gemacht haben. Kein Wunder, dass er mit sechs, sieben Jahren vermeldete: „Ich möchte richtig reiten lernen“. Auch Fußball, wie die meisten in seinem Alter, hat er gern gespielt, „aber das hat mich nicht so stark fasziniert wie die Pferde“, war schon früh für Philip klar.
Seine Mutter war es damals, die anregte, zunächst mit dem Voltigieren zu beginnen, um erst einmal im Umgang mit Pferden vertraut zu werden. So kam Philip zum RV Drensteinfurt, wo es eine Voltigierabteilung gibt. „Es hat mir gefallen und schon nach einem Jahr kam ich in eine leistungsstärkere Mannschaft“, blickt er zurück. Schon damals packte ihn schnell der Ehrgeiz. Nach einem weiteren Jahr wurde die Leistungstrainerin der Voltigierabteilung auf ihn aufmerksam. Mit seiner Gruppe nahm Philip später zweimal an der Westfälischen Meisterschaft sowie der Westdeutschen Meisterschaft teil, alles unter der Leitung der Trainerinnen Eva Hahnewinkel und Svenja Budde.

Voltigieren ist Teamsport

Ab 2017 setzte sich in Philip der Wunsch fest, mit noch mehr Training auch zum  Einzelvoltigieren zu kommen. Doch in Drensteinfurt reichte die Kapazität an Pferden hierfür nicht aus. Daher wurde er ab Anfang 2018 zusätzlich beim RV Herbern durch Theo Hölscher und Sabrina Uhlenbrock trainiert. Er startete weiterhin mit der Gruppe für den RV Drensteinfurt. „Doch in zwei Disziplinen in zwei Vereinen zu trainieren war zeitaufwendig“, so  erzählt Philip. Und daher beendete er das Gruppenvoltigieren mit der Teilnahme an den Westfälischen Meisterschaften mit den Drensteinfurtern und einem fünften Platz. Landestrainerin Martina Rook bestärkte ihn in seiner Entscheidung und prophezeite ihm gute Chancen im Leistungssport. „Das Faszinierende am Einzelvoltigieren ist einfach, dass man das Pferd eine ganze Minute für sich alleine hat und in dieser Minute in der Kür sein ganzes Können entfalten und zeigen kann“, macht Philip den Unterschied deutlich.
Dabei hat Philip das Trainieren im Team immer viel Spaß gemacht, stellt er klar: „Aber auch das Einzelvoltigieren ist Teamsport zwischen Pferd, Voltigierer, Longenführer und Trainer. Wenn man sich zusammen nicht wohlfühlt, kommt man auch nicht weiter.“
Dabei kann der Longenführer gleichzeitig der Trainer sein oder auch nicht. „Der Longenführer muss sich gut aufs Pferd konzentrieren. Denn bis man ein Pferd ganz oben hat, dauert es sehr lange. Ein weiterer Trainer, der einen anderen Blickwinkel auf den Voltigierer hat, kann wertvolle Impulse bringen“, sagt Philip Goroncy, „nicht umsonst sind es bei den Spitzenturnieren wie Weltmeisterschaften bis zu acht Richter, die die Voltigierer beurteilen.“

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