Das Thema

Pferde fit füttern

Das leistungsbereite Pferd mit schön ausgeprägter Muskulatur ist das Ziel jedes Reiters. (Foto: J. Toffi)

1. Passt eine artgerechte Fütterung zu einer Fütterung, die den Muskelaufbau des Pferdes unterstützen soll?

„Jeder wünscht sich bei seinem Pferd eine gute Bemuskelung – und das möglichst einfach. Aber wenn ich Muskulatur und Kondition aufbauen will, komme ich um Arbeit niemals herum“, so Dr. Katja Kretzer, Fachtierärztin für Pferde. In der tierärztlichen Praxis für Pferde von Dr. med. vet. Mark Kaminski in Bochum betreut sie seit über 15 Jahren zahlreiche Pferde im Leistungssport, darunter Olympiateilnehmer.
„Auch bei einem Menschen, der an einem Marathon teilnehmen möchte, wird es nicht reichen, nur hier und da eine Stunde laufen zu gehen und ansonsten auf Ernährung zu setzen.“ Im Umkehrschluss heißt dies, dass man von der gezielten Fütterung eines Pferdes im Training in puncto Muskelaufbau allein keine Wunder erwarten sollte.

Oberstes Gebot sollte hingegen – neben einem entsprechenden Trainingsplan – auch beim Sportpferd sein, seine von der Natur vorgegebene Verdauungsphysiologie zu berücksichtigen. So braucht es zuallererst eine ausreichende Versorgung mit hochwertigem Raufutter. Dieses nimmt ein Pferd in der freien Wildbahn über den ganzen Tag verteilt zu sich. „Der ganze Verdauungstrakt ist auf eine moderate, aber kontinuierliche Energiezufuhr ausgelegt“, betont Dr. Kretzer.

„Das Ziel sollte nicht sein, Pferde zwei- oder dreimal am Tag mit einer hohen Energiedichte zu füttern, die sie womöglich gar nicht verstoffwechseln können.“ Punktuelle große Kraftfuttermengen mit einer extrem hohen Energiedichte stellen es in Bezug auf Nährstoffauswertung und Gesunderhaltung vor große Herausforderungen.
Als Tierärztin liegt darin grundsätzlich ihre größte Sorge: „Man sollte sich Gedanken darüber machen, wie eine pferdegerechte Fütterung aussieht und nicht nur darüber, wie ich möglichst viel Energie und Nährstoffe füttere. Damit ist die Grundversorgung des Pferdes womöglich gar nicht gesichert. Viele Mangelsituationen würden sich so aber vermeiden lassen.“

2. Welche Bausteine sind wichtig für Muskelaufbau und Fitness?

Erster Baustein: Kohlenhydrate. Sie sind Energielieferant und somit wichtig für die Vitalität des Pferdes. Zucker und Stärke sind lösliche Kohlehydrate, die sich aus Glukose-Molekülen zusammensetzen. Bleibt beim Verdauungsprozess mehr Glukose übrig, als der Körper verwerten kann, wird aus dieser unter anderem Glykogen in der Leber synthetisiert und in der Muskulatur gespeichert. Vor allem bei kurzfristigen Höchstleistungen wie beispielsweise im Renn- oder Springsport werden die Glykogenspeicher der Pferde angezapft.

Lesen Sie den kompletten Artikel in der Juli-Ausgabe von Reiter & Pferde in Westfalen.

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