Das Thema

Schutzhülle und Schmuck

Hufe, Haut und Haar schön gepflegt mit Wasser und den passenden Pflegemitteln. Foto: C. Slawik

Die Hautoberfläche ist von einem „Säureschutzmantel“ bedeckt, der durch körpereigene Substanzen in Schweiß, Talg und Hornzellen gebildet wird und vor Austrocknung und schädlichen Mikroorganismen schützt.
Der pH-Wert der Haut liegt beim Menschen durchschnittlich bei 5,5, beim Pferd zwischen 4,8 und 6,8. Denn die Haut aller behaarten Lebewesen ist leicht sauer.

Und auch beim Schweiß unterscheiden sich Mensch und Tier: Im Unterschied zu Menschenschweiß ist Pferdeschweiß leicht alkalisch, sein pH-Wert liegt höher als 7. Aus diesem Grund neigt er auch zum Schäumen.
Der pH-Wert von Haut und Haar sollte nicht durch zu häufiges Waschen oder ungeeignete Pflegemittel wie Seifenlauge (pH-Wert 8 — 12), aus seinem natürlichen Gleichgewicht gebracht werden. Denn ist der Säureschutzmantel geschädigt, wird die Haut angreifbar für Keime, Pilze und Ektoparasiten.

Zum Entfernen von Schweiß reicht klares lauwarmes Wasser aus. Dessen pH-Wert liegt etwa bei 6-6,5.
Verwendet man für die gelegentliche Ganzkörperwäsche ein Fellshampoo, sollte es auf den pH-Wert der Pferdehaut abgestimmt sein und nach kurzer Einwirkung wieder komplett aus dem Fell gespült werden. Die Hersteller bieten hierfür etliche hautverträgliche Produkte, teils mit rückfettenden Wirkstoffen an.

Milde Shampoos
Alternativ können auch milde Shampoos, zum Beispiel für Babys oder sensible Kopfhaut, oder pH-neutrale Waschlotionen aus der Humankosmetik mit einem etwas höheren pH-Wert, also einem pH-Wert um 7 eingesetzt werden. Wer wissen will, welchen pH-Wert sein Mittel hat, kann das mit Teststreifen aus der Apotheke genauer bestimmen. Insbesondere bei Pferden mit empfindlicher Haut sollte man auf natür­li­che Inhaltsstoffe achten, da syn­thetische Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe austrocknend wirken oder sogar Kontaktallergien auslösen können.

Aber auch auf einige Naturprodukte wie Teebaumöl können Pferde allergisch reagieren. Bevor man also das ganze Pferd behandelt, sollte man die Hautverträglichkeit zunächst an einer Körperstelle testen.
Viele Pferdeshampoos enthalten schonend pflegende Wirkstoffe auf natürlicher Basis wie Lecithin, Arginin (eine Aminosäure und wichtiger Nährstoff), Panthenol (Provitamin B5), Bienenhonig oder Jojobaöl und natürliche Düfte, etwa von Kräutern.

Zudem gibt es Produkte, die die Fellfarbe mit natürlichen Inhaltsstoffen wie Kamille und Vanille für helles oder Henna und Walnuss für dunkles Fell intensiver wirken lassen. Speziell für extrem trockene oder angegriffene Haut und Pferde mit Fellproblemen sind Waschlotionen zum Beispiel mit naturreinerMolke ohne synthetische Zusätze erhältlich.

Molke ist ein uraltes wiederentdecktes Pflegemittel mit leicht säuerlichen Eigenschaften. Es unterstützt und regeneriert den Säureschutzmantel der Haut auf natürliche Weise und spendet Feuchtigkeit. Teils mit hautberuhigenden Kräutern und Ölen angereichert (Molke ist ein natürlicher Emulgator, der Wasser und Fett verbindet) werden diese Produkte in Wasser eingerührt, mit einem Schwamm aufgetragen und im Unterschied zu herkömmlichen Shampoos nicht wieder ausgewaschen.

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