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Gefahrensituationen können überall lauern – besser, man ist ­abgesichert. Foto: Dr. B. van Damsen

Pferdesportler und Pferdebesitzer haben die Qual der Wahl: Rund 20 verschiedene Versicherungensarten werden angeboten. Sie dienen der „Absicherung gegen Schäden verschiedener Art“. Das reicht von der Haftpflichtversicherung über die Reiterunfallversicherung bis hin zur OP-Kostenversicherung. Welche Absicherungen sind notwendig und sinnvoll? Und welche Vertragsbedingungen sind zu prüfen, bevor man eine Versicherung abschließt?
Etwa 20 verschiedene Versicherungen rund ums Themengebiet Pferd lassen sich zählen. Man unterscheidet dabei grundsätzlich zwei Versicherungsarten: die Haftpflicht- und die Vorsorgeversicherungen. Haftpflichtversicherungen kommen ausschließlich für Schäden an fremden Personen, Sachen und Vermögen auf. Vorsorgeversicherungen dienen insbesondere der Absicherung der eigenen Person oder des Pferdes.
Pferdehalter - Haftpflicht
Pferde sind laut Bürgerlichem Gesetzbuch ein Gefährdungsrisiko. Nach § 833 BGB haftet der Pferdehalter grundsätzlich immer für alle Schäden, die sein Tier anrichtet – auch ohne eigenes Verschulden. Zwar ist eine Tierhalterhaftpflichtversicherung für das Pferd bislang nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber so elementar wichtig, weil in vielen Schadensfällen existenzsichernd, dass sie ein absolutes „Muss“ darstellt. Denn diese Versicherung deckt Schadenersatzforderungen „dritter Personen“ bei verursachten Schäden durch das Pferd ab. Jedem Pferdehalter muss klar sein, dass ohne eine solche Versicherung das finanzielle Fiasko droht, wenn hohe Personen-, Sach- oder Vermögensschäden entstehen.
Wie schnell ein Unfall mit erheblichen Folgeschäden passieren kann, zeigt das jüngste Beispiel vom 11. Oktober, als während des internationalen Herbstmarktes auf Burg Wissem bei Troisdorf die Kaltblüter einer zweispännigen Kutsche durchgingen und 22 Menschen teils schwer verletzten. Bedenkt man, dass eine Pferdehalterhaftpflichtversicherung je nach Deckungssumme (drei bis 50 Millionen Euro), Laufzeit (ein bis zehn Jahre), etwaigen Selbstbeteiligungen (meist bei Vermögensschäden) und mitversicherten Risiken für Reit- und Kutschpferde zur privaten Nutzung derzeit zwischen etwa 70 und 180 Euro jährlich kostet, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis im Schadensfall hervorragend*.
Für das Halten von Pferden ohne Reit- und Kutschzwecke zahlt man sogar nur rund 40 Euro im Jahr und ab vier Pferden gibt es weitere Beitragsnachlässe (Mehrpferdeversicherung). Mitversichert sind bzw. können in der Regel Flurschäden (Wiesen, Felder, Grünanlagen wie Parks oder Gärten) durch Weidevieh (Achtung: auch einReit- oder Kutschpferd ohne Weidegang ist laut einem Urteil des AG Köln im Rechtssinn „Weidevieh“!), private Kutschfahrten, Auslandsaufenthalt (weltweit oder nur europaweit, zeitlich unbegrenzt oder limitiert), die ­Teilnahme an Turnieren, Schauveranstaltungen sowie an Wander- und ­Distanzritten, unentgeltlich tätige Betreuungspersonen und/oder Fremdreiter, selbst gezogene Fohlen (6 bis 36 Monate) und ungewollter Deckakt.

Lesen Sie den kompletten Artikel in der Ausgabe 12/2015 von Reiter & Pferde in Westfalen.