Editorial

Gemischter Jahresauftakt

Dr Wiedemann
Dr. Jasmin Wiedemann, Chefredakteurin Reiter & Pferde in Westfalen.

Es ist in der westfälischen Pferdeszene schon ganz schön viel passiert, in diesen ersten Wochen des neuen Jahres. Ganz viele interessante, positive Ereignisse gab es bereits, und ein paar, die Negativschlagzeilen produziert haben, gab es auch. Geklönt und diskutiert, Neuigkeiten ausgetauscht und weitererzählt wurde traditionell beim K+K Cup in der Halle Münsterland Anfang Januar, dem westfälischen Saisonauftakt, wo alle sich treffen. Wir haben diesem fünftägigen westfälischen Turniersportereignis 18 Seiten Sportberichterstattung in dieser Ausgabe gewidmet. Einfach, weil sich hier vom Mannschaftssport bis zum Grand Prix alles abspielt. Und unter anderem gibt es dort auch die erste Hengstschau Westfalens.
Hier war für viele Züchter das NRW Landgestüt ein Thema. Wo geht die Reise hin für die Hengste, mit wem kooperiert das Landgestüt denn nun und mit wem nicht? Ist Helgstrand Dressage in Dänemark ein neuer Partner, und warum die Station Beckmann in Wettringen nicht mehr? Und weshalb kooperiert diese nun mit dem Niedersächsischen Landgestüt? Und wie kommt die Station Rüscher-Konermann ins Spiel?
Wir haben für Sie das Verwirrspiel sortiert und so können Sie ab Seite 60 in unserem Zuchtteil lesen, was nun Stand der Dinge ist, in Westfalens „Hengstpolitik“. Ganz frisch hereingeflattert ist die Meldung, dass der begehrte NRW-Landbeschäler Zoom nun Ausbildungspferd von Isabell Werths Schülerin Beatrice Buchwald ist und zu Ende Januar dort seine Box bezogen hat.

Ein anderer Hengst sorgt auch für Schlagzeilen, denn die Öffnung seiner Blutprobe produzierte den ersten Dopingfall des Jahres. Vaderland, einer der Reservesieger der Westfälischen Körung 2018, war betroffen und ihm wurde das Körurteil aberkannt. Drei Monate ist er nun gesperrt, bis Ende Februar. Nach Ende dieser Frist kann er – unterm Sattel – das Körprozedere erneut durchlaufen. Denn  sein möglicher züchterischer Wert ist für Westfalens Zuchtleiter Wilken Treu unbestritten. Das Westfälische Pferdestammbuch ist mit dem Ergebnis der Blutprobe, bei der ein Medikament nachgewiesen wurde, das den Dopingmitteln zugeordnet ist, von Anfang an transparent umgegangen.
Der positive Befund stammt übrigens nach Angabe des Ausstellers aus einem Sedativum im Rahmen einer röntgenologischen Untersuchung kurz vor der Körung.
Die schönere Seite des Jahresauftakts war für das Stammbuch die Winter-Auktion „Handorf extra“ am 20. Januar. Die sorgte nämlich für einen Rekordumsatz von über 1,1 Millionen Euro im Reigen der Januar-Auktionen (S. 58).
Da wir schon beim Thema Doping waren: Seit Beginn des Jahres erlaubt die LPO auch Dopingkontrollen von Reitern in nationalen Prüfungen. Bislang mussten nur Reiter, die international starten, damit rechnen, in eine Dopingkontrolle zu geraten. Nun gilt national ebenso das Human-Anti-Doping-Regelwerk. Die Kontrollen führt die Nationale Anti-Doping-Agentur NADA durch – aber mit Fokus auf den Spitzensport.