Editorial

Drei, zwei, eins – meins

Dr Wiedemann
Dr. Jasmin Wiedemann, Chefredakteurin Reiter & Pferde in Westfalen.

Die Nachricht dieser Ausgabe der R&P für Züchter und alle anderen interessierten Insider der westfälischen Pferdeszene lautet: Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Münster gegen das Westfälische Pferdestammbuch respektive dessen Geschäftsführer Wilken Treu sind im August eingestellt worden. 
Mit den Worten „erleichtert, aber nicht überrascht, weil erwartet“ kommentierte Stammbuch-Vorsitzender Ralf Johanshon die Nachricht der Staatsanwaltschaft, das Ermittlungsverfahren einzustellen. 
Im Zusammenhang mit Hengstverkäufen hatte das Amtsgericht Münster wegen des Verdachts der Untreue und Steuerhinterziehung die Geschäftsräume des Westfälischen Pferdestammbuchs in Münster-Handorf am 18. Mai durchsuchen lassen.
Vorstand und Geschäftsführung hatten aber seit Beginn der Ermittlungen betont, dass es keine Anhaltspunkte für strafrechtlich relevante Vorwürfe gäbe. Daher hatten sie auch während des gesamten Ermittlungszeitraumes das 100 %ige Vertrauen der Kreisvorsitzenden, der Delegierten und der weiteren zum Führungskreis der westfälischen Züchterschaft gehörenden Personen.
Nun ist also ganz klar: Es ist nicht gegen die Strafgesetzgebung verstoßen worden und es gab auch keine persönlichen Vorteilsnahmen. Nach der von der Staatsanwaltschaft verfügten Einstellung plant das Westfälische Pferdestammbuch, seine Mitglieder demnächst über die Zusammenhänge und Details des Ermittlungsverfahrens zu informieren, um Transparenz herzustellen.
Das laufende Ermittlungsverfahren hatte die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter des Pferdestammbuchs nicht gelähmt. Im Gegenteil, die Westfalen-Woche Ende Juli auf dem Gelände des Westfälischen Pferdezentrums ist mit so viel Power und guter, entspannter Laune durchgeführt worden wie selten zuvor. Dazu beigetragen haben die wieder herausragenden dreijährigen Stuten aller Rassen, die sich bei den Eliteschauen gezeigt haben. Beeindruckende Westfalen-Champions in diversen Disziplinen und Altersklassen, die wir zum größten Teil bei den Bundeschampionaten in Warendorf wiedersehen werden. Und natürlich das Ergebnis der Fohlenauktion mit dem nie dagewesenen Preis von 100 000 € für das teuerste Fohlen. Wie Sie auf unseren Fotos auf den Seiten zur Westfalen-Woche sehen werden, konnte die Züchterin und Ausstellerin des kleinen Hengstes gar nicht mehr aufhören, vor Rührung zu weinen, die Emotionen haben sie überwältigt. Die Geschichte ist aber auch zu märchenhaft: Das Fohlen stand nämlich lange Zeit vergeblich für 5 000 € zum Verkauf auf einer Internetplattform.
Also: Keine Angst vorm Internet! Auch das Stammbuch veranstaltet nun erstmals eine eigene Online-Auktion. Andere Verbände und private Pferdebetriebe haben es vorgemacht: Vom 26. August bis 2. September können online auf 15 selektierte Dressur- und Springfohlen Gebote abgegeben werden.
Unter www.westfalenpferde.de sind Fotos, Videos und tierärztliche Untersuchungsbescheinigungen zu sehen. Registrieren und los geht‘s. Viel Spaß beim Bieten!