Editorial

Durchstarten

Alexandra González, Redakteurin „Reiter & Pferde in Westfalen“

Es war ganz schön was los. Die vergangenen vier Wochen boten zahlreiche große Events: Das internationale Turnier in Dortmund war ein voller Erfolg für westfälische Reiter und vor allem auch Pferde – alle Hauptprüfungen wurden von Westfalen gewonnen! Es wird zukünftig aber die Herausforderung der Macher sein, den Standort Dortmund mit seinem Traditionsturnier angesichts der großen internationalen Konkurrenz im Turniergeschäft zu sichern.
Es folgte die Equitana in Essen, noch immer die wichtigste Pferdemesse der Welt. Zwar kamen mit 183 000 Besuchern weniger als in Vorjahren, dafür war das Interesse des Fachpublikums, das mit konkreten Anliegen nach Essen reiste, groß wie nie. Zur 25. Auflage der „Weltmesse des Pferdesports“ waren auch alle bedeutenden Ausbilder gekommen: die beiden über 80-jährigen Monty Roberts und Linda Tellington Jones, der über 70-jährige Philippe Karl, um nur einige Heroen der ersten Stunde der Equitana zu nennen. Im Sattel sind sie alle noch fit wie die Turnschuhe! Der Umbau der Messe Essen war in diesem Jahr noch nicht ganz abgeschlossen, sodass es einige Hallen weniger als gewohnt zu entdecken gab. Ab 2021 wird das Messezentrum wieder in gewohntem Glanz erstrahlen – so zumindest das Versprechen.
Weniger im Rampenlicht standen die regio-
nalen Ereignisse Westfälischer Vierkampf und Westfälischer Jungzüchterentscheid – nichtsdestotrotz Höhepunkte des Kalenders für die Zielgruppen, denn bei beiden Wettkämpfen werden die Teilnehmer für die bundesweiten Entscheidungen nominiert.
Der Pferdesportverband Westfalen hatte zudem zu seinen beiden wichtigsten Veranstaltungen eingeladen: dem westfälischen Jugendtag und der Delegiertenversammlung. Hier werden jedes Jahr die Erfolge der Vorjahresplanungen überprüft und es wird die Marschroute für das begonnene festgelegt.
Bei der Delegiertenversammlung gab Elfriede Schulze Havixbeck, Vorsitzende der Kommission für Leistungsprüfungen in Westfalen, ihren Abschied bekannt. Sie wolle ihr Amt in jüngere Hände legen, so ihre Begründung. Ihr Richteramt wird die westfalenweit beliebte Ausbilderin aber weiterhin ausfüllen – das wird die Aktiven, besonders die in den Einsteigerprüfungen, freuen.
Einige ungewöhnliche Entscheidungen betreffen die westfälischen Züchter: So ist es zukünftig möglich, Pferde ohne Versicherungsschutz in besonderen Fällen über die Verbandsauktionen zu vermarkten. Lesen Sie dazu die Erläuterungen des Stammbuchs auf S. 53. Neues gibt es vom Hengstezirkus zu berichten: Zwei prominente Kandidaten fanden nun doch Einlass in das westfälische Zuchtprogramm: Vaderland, ehemals Reservesieger der Körung 2018, durfte nach seiner Dopingsperre erneut zur Körung antreten und bestand den Test. Fonq, Westfalenchampion 2018 und Dritter beim Bundeschampio-nat der dreijährigen Hengste 2018, erhielt nach erneuter Bewertung seines Gesundheitsstatus die vorläufige Zuchtzulassung.