Editorial

Und? Läuft!

Alexandra González, Redakteurin „Reiter & Pferde in Westfalen“

Es reichen ein paar ruhige Tage und schon haben sich echte Freaks von der stressigen Saison 2016 erholt und warten freudig auf den Start der neuen. Wie sonst wäre es zu erklären, dass die Halle Münsterland am zweiten Januarwochenende zum Bersten voll ist, die erste Hengstschau des Jahres am selben Platz keinen freien Stuhl mehr bietet und das Lot der Januar-Auktion des Pferdestammbuchs eine Woche später ratzekahl weggekauft wurde – nicht ein einziger Rückkauf musste beklagt werden, ein Novum und vielleicht Zeichen dafür, dass die Stimmung in der Branche steigt.
Ausgesprochen gut war auch die Stimmung während des K+K Cups. Er ist traditionell der erste Treffpunkt im neuen Jahr für Reiter und Pferdebegeisterte in Westfalen. 30 000 Zuschauer, mehr geht nicht, das sagt Oliver Schulze Brüning, „Chef im Ring“ in der Halle Münsterland. Wer im nächsten Jahr schön sitzen will, ist gut beraten, sich schon zeitig um Karten zu bemühen. Und auch, wenn die sogenannte erste Garde des Springsports anderswo weilte: Es ist immer noch genug Potenzial in Westfalen vorhanden, um großartigen Sport zu bieten.
Die Dressur hatte dieses Problem ohnehin noch nie: Topstars wie Isabell Werth, Helen Langehanenberg, Anabel Balkenhol und Dorothee Schneider sind regelmäßig dabei. Präsentiert werden in Münster gerne die aufstrebenden Youngster, was das Ganze besonders interessant macht, denn man sieht hier so viele neue Paare wie selten sonst.
Ein Treffpunkt ist Münster auch für die jungen Dressur- und Springreiter. Für sie stehen einige wichtige Prüfungen im Programm, wie etwa Wertungen zum mit 10 000 € dotierten Agravis-Zukunftspreis für die U-25-Springreiter, der Preis der Zukunft für die Junioren und Jungen Reiter im Dressursport oder das Finale des nun im zweiten Jahr durchgeführten Derby Dressage Cups für die U-25-Dressurreiter. Mit diesen Serien soll der Nachwuchs an den Leistungssport herangeführt und in ihm gehalten werden, so das erklärte Ziel der Sponsoren.
Münster ist aber noch mehr: Wo sonst sieht man Tausende Zuschauer bei einer A-Dressurkür oder treten Verbandsmannschaften aus den Reitvereinen vor so großer Kulisse auf. Damit ist Münster im Januar auch Höhepunkt für viele Reitvereine der Region, man trifft sich zum Anfeuern, quatschen und Leutetreffen.
Nimmt man also die ersten großen Veranstaltungen des Jahres als Gradmesser für den Stand von Sport und Zucht in Westfalen, können wir uns optimistisch auf ein bewegtes, erfolgreiches Jahr freuen.