Editorial

Das Turnier, der Wolf, die Wissenschaft

Alexandra González, Redakteurin „Reiter & Pferde in Westfalen“

Die Zahlen sind da: Westfalen verzeichnete 2017 knapp 10 000 Starts weniger bei Turnieren als 2016. Auch die Zahl der neu eingetragenen Turnierpferde ist bundesweit zurückgegangen, wenn hier auch keine regionale Einordnung durch die FN erfolgte. Das bildete sich 2017 in deutlich weniger Starts in Aufbauprüfungen für junge Pferde ab. Lesen Sie alles über die Turniersportstatistik 2017 in unserem Beitrag auf den Seiten 12 und 13.
Was den Pferdesportverband Westfalen besonders schmerzt: In den für die Rekrutierung des Nachwuchses für den Leistungssport wichtigen Klassen A und L gab es deutlich weniger Starts als in den Vorjahren. Dafür sind die Reiter der Klassen E fleißiger gewesen als im Vorjahr, ebenso die Reiter der Klassen M und S.
Was bedeutet das? Im Einsteigerbereich ist das Interesse nach wie vor besonders groß, sodass von Verbandsseite überlegt werden muss, wie das Angebot für diese Reiter weiter verbessert werden kann.
Gleichzeitig müssen genügend Reiter aus dem Einsteigerbereich den Übergang in die höheren Klassen schaffen. Denn die jungen Reiter auf A- und L-Niveau sind die Leistungsträger von morgen. Kritisch wird in diesem Zusammenhang die bei Turnierveranstaltern beliebte Startplatzbegrenzung gesehen, die ausgerechnet im A- und L-Bereich oft Anwendung findet. Häufig sind die Listen bereits einen Tag nach Veröffentlichung der Ausschreibung voll, die Prüfungen aber beim Turnier halb leer, weil dann doch viele Reiter nicht an den Start gehen.
Die KLW (Kommission für Leistungsprüfungen in Westfalen) beschäftigt sich bereits mit dem Thema und ist mit den Turnierveranstaltern im Gespräch. Das wurde im Bericht der KLW anlässlich der Delegiertenversammlung des Pferdesportverbands Westfalen berichtet. Den Beitrag über die Delegiertenversammlung finden Sie auf den Seiten 32 bis 36.
Jetzt ist er anscheinend schon überall: der Wolf. Tierhalter – auch Pferdehalter – sind beunruhigt. Wir haben einmal zusammengetragen, wo es in Nordrhein-Westfalen bereits bestätigte Wolfssichtungen gab und welche Maßnahmen und Verhaltensweisen die extra installierten Wolfs-Fachleute Tierhaltern und Spaziergängern bei Wolfskontakt raten (Seiten 16 und 17). Noch hat sich zwar kein Wolf in NRW angesiedelt, aber beispielsweise mit Eifel oder Sauerland bieten sich dem Wolf potenzielle Reviere.
Interessant für Züchter: Es gibt eine neue Methode zur Behandlung des gefürchteten Fehlanpassungssyndroms beim neugeborenen Fohlen. Wissenschaftler aus den USA haben herausgefunden, dass eine spezielle Druckbehandlung des neugeborenen Fohlens in vielen Fällen die Symptome des Fehlanpassungssyndroms völlig verschwinden lässt. Diese Behandlung kann der Tierarzt im Züchterstall durchführen.
Das bedeutet: Dem Fohlen wird unter Umständen eine langwierige und risikoreiche Intensivbehandlung in einer Tierklinik erspart und dem Züchter entstehen zudem erheblich weniger Kosten. Lesen Sie dazu unseren Beitrag auf den Seiten 68 und 69.