Editorial

Türöffner und Frauenpower

Alexandra González, Redakteurin „Reiter & Pferde in Westfalen“

Westfalen ist Voltigierhochburg, das zeigt die Zahl der Turnierlizenzen für diese Disziplin genauso wie die Tatsache, dass es in beinahe jedem Reitverein eine Voltigierabteilung gibt. Voltigieren ist nach wie vor für viele Kinder die Einstiegsdisziplin in den Pferdesport, fungiert somit oftmals als Türöffner. Viele Vereine ermöglichen das Training für einen geringen Unkostenbeitrag, sodass dieser Sport möglichst vielen zugänglich ist.
Was an der Basis beginnt, nimmt seinen Lauf im ländlichen Turniersport bis hin zum Leistungssport auf Landes- und Bundesebene. Derzeit gehören etliche Leistungsträger auf nationalem und internationalem Parkett westfälischen Vereinen an: Doppelweltcupsieger Jannis Drewell genauso wie die amtierende Deutsche Meisterin Sarah Kay oder das Topduo Jolina Ossenberg-Engels und Timo Gerdes. Im Juniorenbereich gehört Philipp Stippel zu Europas besten Voltigierern.
2018 ist nun das Jahr, in dem zum 50. Mal Westfalenmeisterschaften der Voltigierer ausgetragen werden – ein Jubiläum, das der RV „von Lützow“ Herford organisieren wird, und zwar vom 30. Juni bis 1. Juli. Zur Einstimmung darauf haben wir eine kleine Historie des Voltigiersports zusammengestellt, die Sie auf den Seiten 24 und 25 dieser Ausgabe finden.
Eine Westfalenmeisterschaft ist schon entschieden: die der Vielseitigkeitsreiter. Die Westfälische Reit- und Fahrschule war Gastgeber und hatte zum Ein- und Zwei-Sterne-Event geladen. Leider konnte die Meisterschaft der Altersklasse Junge Reiter in diesem Jahr nicht ausgetragen werden, mangels Bewerbern. Landestrainerin Jutta Briel ist das Problem bekannt, sie hofft auf ein stärkeres Teilnehmerfeld im kommenden Jahr, weist aber auch darauf hin, dass die Altersklasse Junge Reiter in der Vielseitigkeit schon immer schwierig zu besetzen war. Lesen Sie auf den Seiten 28 bis 30, wer die Medaillen mit nach Hause genommen hat – eins sei verraten: Es herrschte Frauenpower.
Das Thema Heu ist in Westfalen mitunter ein schwieriges – zu oft macht die Witterung den Landwirten einen Strich durch die Rechnung. Ist kein gutes Heu aus unseren Breiten zu bekommen, lassen verantwortungsvolle Pferdebesitzer es aus anderen Regionen Deutschlands oder gar aus dem Ausland einführen, um ihren Lieblingen bestmögliche Qualität zu liefern. Dass auch diese Rechnung nicht immer aufgeht, zeigt ein aktueller Fall aus Westfalen. Lesen Sie auf Seite 69, was die Grasart Goldhafer damit zu tun hat.