Editorial

Blick nach vorn

Ralf Johanshon
Ralf Johanshon, ­Vorstandsvorsitzender des Westfälischen Pferdestammbuchs

Ich kann nicht sagen, wie es Ihnen 2017 ergangen ist. Ich hatte wie in jedem Jahr viele Hoffnungen und Erwartungen. Teils wurden sie erfüllt, ja sogar übertroffen, teils blieben die Ergebnisse dahinter zurück. Das ist normal und dürfte fast allen bekannt vorkommen.
Was wird uns 2018 erwarten? Die weitere Verbesserung der Zucht unserer Pferde wird ein Thema sein. Über die vorhandene Qualität hinaus verlangt der Markt zunehmend den Nachweis der Gesundheit bei unseren Pferden. Wir haben gemeinsam mit den anderen deutschen Zuchtverbänden die Erarbeitung einer Gesundheitsdatenbank bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) vereinbart und in Auftrag gegeben. Es liegt nun an uns allen, die Gesundheitsdaten unserer Tiere zur Verfügung zu stellen, damit sie anonymisiert in die Datenbank eingepflegt werden können. Der Aufbau einer solchen Datenbasis ist ein unabdingbarer Vorteil für uns alle. Sie wird gemeinsam mit den Erkenntnissen aus der linearen Beschreibung unserer Pferde und den zukünftigen Erkenntnissen der genomischen Selektion Klarheit über die Zusammenhänge von Zucht und Gesundheit bringen.
Wir müssen uns auch Gedanken über die Haltung unserer Tiere machen. Bieten wir die Haltungsformen, die sie benötigen, um gesund und artgerecht aufzuwachsen? Können wir das allein schaffen? Oder gibt es Rahmenbedingungen, die jeder einzelne von uns nicht beeinflussen kann? Wir verfügen über einen riesigen Schatz, weil wir langjährige Erfahrung in der Zucht und im Umgang mit Pferden erworben haben. Diese Kompetenz vertreten wir selbstbewusst und lassen sie uns von niemandem kleinreden. Vielen, die heute vom Tierwohl schwadronieren, verfügen über keine Fach- und Sachkenntnis. Aber wir müssen stets interessiert bleiben, um wirklich neue Erkenntnisse zum Wohl unserer Tiere umzusetzen. Verbesserungswürdig sind sicher rechtliche und behördliche Normen, die heute bauliche Veränderungen und Optimierungen im Außenbereich behindern. Wir werden auf die dringend erforderliche Modernisierung veralteter Vorschriften drängen.
Will man die Arbeit unseres Zuchtverbandes in Zahlen messen, so darf ich der endgültigen Auswertung der Jahresergebnisse schon etwas vorgreifen.  Die erfreuliche Entwicklung der Konsolidierung, ja sogar der leichten Steigerung sowohl bei unseren Mitgliedszahlen als auch bei den registrierten Tieren setzt sich fort. Leider zeigt der Blick auf Details aber auch, dass die Vielfalt der von uns betreuten Rassen an den bekannten Stellen durchaus gefährdet zu sein scheint. Hier gilt es, gemeinsam mit den Züchterinnen und Züchtern für nachhaltige Verbesserungen einzutreten. Ideen sind ausdrücklich sehr willkommen!
Zum Jahreswechsel kommt mir der bekannte römische Philosoph Cicero in den Sinn: „Keine Schuld ist dringender, als die, danke zu sagen“.  Mit diesem Zitat möchte ich Ihnen, liebe Züchterinnen und liebe Züchter, gemeinsam mit meinen Vorstandskolleginnen und Vorstandskollegen von ganzem Herzen danke sagen. Auch im Namen unseres Zuchtleiters und Geschäftsführers Wilken Treu und der Mannschaft des Westfälischen Pferdestammbuches danke ich für Vertrauen, Zusammenhalt und Solidarität auch in nicht immer einfachen Zeiten! Wir versprechen Ihnen unser aufrichtiges und engagiertes Bemühen, die Leistungen und Erfolge unseres Verbandes immer weiter zu festigen und zu verbessern.
Ihnen und Ihren Familien gemeinsam mit Ihren Pferden wünsche ich ein gutes neues Jahr 2018 voller Freude, Gesundheit, Zuversicht, Energie und Glück!

Ihr Ralf Johanshon