Editorial

Hilfe, Pferderipper!

Alexandra González, Redakteurin „Reiter & Pferde in Westfalen“

Es gibt Themen, die machen keinen Spaß. Dazu gehört sicher der Komplex „Gewalt gegen Pferde“. Auch Halter aus Westfalen wurden dieses Jahr nicht davon verschont. Wir berichteten in der Septemberausgabe von zwei Verdachtsfällen in Freckenhorst und Warendorf.
Weil diese Fälle und noch einige weitere in unserer Region Aufmerksamkeit erregten, und es auch in der Vergangenheit bereits schlimme Taten gegeben hat, entschlossen sich der Pferdesportverband Westfalen und das Westfälische Pferdestammbuch, einen Informationsabend zum Thema durchzuführen. Unterstützt wurden sie dabei von der FN und dem Aktionsbündnis Pro Pferd.
Über 60 Teilnehmer, teils aus anderen Bundesländern angereist, zeigten, dass die Veranstaltung einen Nerv traf. Sogar der WDR berichtete live aus dem Seminarraum.Als Referenten geladen waren Wissenschaftler aus dem forensischen Bereich, Autoren und eine Betroffene, die von ihren Erfahrungen berichtete.
Die teils hoch emotionalen Reaktionen der Zuhörer, auch unter ihnen von Gewalt gegen Pferde Betroffene, offenbarten die Not und auch Wut, die Opfer durchleben. Nicht selten richtet sich diese Wut dann gegen die Polizei, weil sie vermeintlich untätig bleibt.
Was Opfer von Gewaltverbrechen gegen Pferde tun können, um die Arbeit der Polizei zu unterstützen, was für Vorsorgemaßnahmen möglich sind und auch wo es psychologische Hilfe für betroffene Pferdehalter gibt, das erklärten die Referenten an diesem Abend.
Doch das Anliegen der Initiatoren ging über die unmittelbare Information einiger weniger hinaus. „Wir müssen das Thema in die Köpfe der Leute bekommen, sie für die Problematik sensibilisieren und brauchen dafür auch Sie als Multiplikatoren“, richtete Brigitte Hein, Geschäftsführerin des Pferde­sportverbands Westfalen ihren Appell direkt an die Zuhörer.
Dieser Aufforderung möchten wir von der Redaktion gerne nachkommen. Auf Seite 18 lesen Sie, was Sie als Pferdehalter oder Stallbesitzer direkt tun können, um bei der Aufklärung von Gewaltverbrechen an Pferden zu helfen, wie Sie Vorsorge gegen diese Taten treffen können und wo Sie fachkundige Hilfe ­erhalten.