Editorial

Immer voller Leben

Dr Wiedemann
Dr. Jasmin Wiedemann, Chefredakteurin Reiter & Pferde in Westfalen.

In diesen Frühsommermonaten spielt der Turniersport in Westfalen eine wichtige Rolle. Das merkt man dem Heft an den vielen Sportberichten, aber auch an anderen Stellen an: Im Magazin ab S. 16 stellen wir Ihnen gleich sechs Pferdesportler vor, die sich jetzt zu Beginn der grünen Saison auf ihren Lieblingsturnieren ihre verdient erworbenen Goldenen Reitabzeichen haben verleihen lassen. Eine Reiterin, Hildegard Schultmann, haben wir für Sie auf vier Seiten porträtiert (ab S. 10). Sie ist eine lupenreine Amateurin, reitet schon seit Kindesbeinen neben ihrem Beruf und hat sich peu á peu in die S-Klasse vorgearbeitet. Immer nur mit einem Pferd an ihrer Seite. Heute ist Hildegard Schultmann 61 Jahre und voller Power. Sie können sie gut gelaunt auf circa 15 Turnieren pro Saison erleben. Ihr Ziel ist es, ihre  Erfolge in der kleinen S-Tour jetzt zu festigen. Schön, oder? Reiten hält eben fit!
Wenn Sie ihr nacheifern möchten: Die Vergabekriterien für das Goldene Reitabzeichen haben sich etwas geändert, Sie können das auf S. 18 nachlesen.
Traditionell ist die Osterferienzeit die Zeit der Reitabzeichenlehrgänge. Viele Vereine schickten uns davon im Nachgang tolle Fotos und Berichte und sind stolz auf die Erfolge ihrer Mitglieder. Die vielfachen Ergebnisse sehen Sie in unserer Rubrik „Vereine & Verbände“ (ab S. 75) – wir freuen uns mit den Vereinen über die vielen stolzen frisch gebackenen Reitabzeichen-Inhaber. Schicken auch Sie uns Nachrichten aus Ihren Vereinen, damit diese Rubrik immer voller Leben ist: Lehrgänge, Reitabzeichen, Sommercamps, Ausflüge, Jahresversammlungen und Jubiläen sind dort prima aufgehoben. Dieses Mal finden Sie auch ein Porträt vom jugendorientierten RV Bösensell, der sein 60. Jubiläum feiert und mit vielen Aktivitäten für den Nachwuchs glänzt.
Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat nicht nur die Vergabekriterien fürs Goldene modifiziert: Bei den FN-Jahres­tagungen im Mai in Hamburg wurden weitreichende LPO-Änderungen beschlossen (ab S. 20). So wird es zukünftig Alkoholkontrollen auf Turnieren geben. Stichprobenartig und auch bei besonderem Verdacht. Das Thema Prävention und Ahndung von Verstößen gegen die sportliche oder faire Haltung und die reiterliche Disziplin wurde festgezurrt und deutliche Zeichen gesetzt. Sogar die Jahresturnierlizenz kann künftig verweigert oder entzogen werden, sofern Themen wie Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, ein Verbrechen im Sinne des Strafgesetz­buches mit spürbaren negativen Auswir­kungen auf den Pferdesport oder eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz im Raume stehen.
Richterrotation auf Turnieren ist zukünftig kein „Muss“, sondern ein „Soll“. Für die Reiter wird es neue Möglichkeiten auf Turnieren geben, beispielsweise das Starten außer Konkurrenz. Auf der anderen Seite könnten aber auch neue Gebühren auf sie zukommen. Denn die FN hat den Weg frei gemacht für eine „Veranstaltungsgebühr“, da die Veranstalter durch Zahlungen für Tierarzt, Sanitäter und andere Dienstleister rund ums Turnier stark belastet sind.