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Paul Stecken ist gestorben

Der große Hippologe Paul Stecken ist tot. (Foto: PV)

 Die Welt trauert um einen ihrer größten Hippologen. Nach kurzer, schwerer Krankheit ist Paul Stecken in der Nacht zum 15. September in Münster gestorben. Erst Ende Juni hatte der bekannte und überaus beliebte Pferdemann, einer der größten Hippologen unserer Zeit, seinen 100. Geburtstag gefeiert.

Pferde haben tatsächlich das ganze Leben des Paul Stecken geprägt. Schon sein Vater leitete 25 Jahre lang die Westfälische Reit- und Fahrschule und brachte ihm die ersten Lektionen im Sattel bei. Der spätere „Feinschliff“ erfolgte in Schloss Neuhaus bei Paderborn im Reiterregiment 15. Im Jahre 1943 wurde der Westfale zum Major ernannt. Nach einer Kriegsverletzung beendete er seine reiterliche Karriere, die ihm Erfolge bis in die höchsten Klassen beschert hatte, und widmete sich fortan mit Herz und Seele der Ausbildung von Reitern und Pferden.

1950 übernahm er die Westfälische Reit- und Fahrschule in Münster von seinem Vater und machte sie zu einer Reitakademie von internationalem Rang. In seiner Zeit (bis 1985) wurden an der Schule 11 539 Lehrgangsteilnehmer ausgebildet, 1 917 Reitlehrer auf ihre Qualifikation hin geprüft und 108 Lehrlinge auf ihre Prüfung vorbereitet. 7 709 Reiter haben ein Reit- oder Fahrabzeichen erlangt. 

Zu Steckens prominentesten Schülern zählten der verstorbene Dr. Reiner Klimke und später dessen Tochter Ingrid Klimke. Rüdiger Schwarz, der Bundestrainer Vielseitigkeit der Jungen Reiter und Junioren, absolvierte bei Stecken seine Lehre.

Nicht nur die Schulung von Reitern und Richtern lag Paul Stecken stets am Herzen, auch der Beruf des ‚Reitlehrers‘ wurde entscheidend von ihm mitgeprägt. Viele Jahre war er Vorsitzender der Prüfungskommission für die Berufsreiter bei der Landwirtschaftskammer. „Richtig reiten reicht“ – mit diesem Zitat bleibt der bekannte Ausbilder auf ewig verbunden. Immer galt  er als kompromissloser Verfechter der klassischen Reitlehre. Sein im vergangenen Jahr erschienenes Vermächtnis, das Büchlein „Bemerkungen und Zusammenhänge“ über die Entwicklung der Reitausbildung und des Dressursports, musste bereits nach kürzester Zeit nachgedruckt werden.

Major a.D. Paul Stecken wurde für seinen vielfältigen Einsatz vielfach ausgezeichnet. Die Stadt Münster verlieh ihm die Paulus Plakette, vom Pferdesportverband Westfalen und vom Westfälischen Pferdestammbuch gab es jeweils die Goldene Ehrennadel. Die FN zeichnete ihn mit dem Goldenen Reiterkreuz und der Gustav-Rau-Plakette aus. Bei der deutschen Richtervereinigung war er Ehrenmitglied und bei der Bundesvereinigung der Berufsreiter im Deutschen Reiter- und Fahrerverband zählte er zu den Gründungsmitgliedern.

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