Porträt

FN-Präsidentschaftskandidat bereit für die Zukunft

Hans-Joachim Erbel (M.) mit Soenke Lauterbach (l.) und Dr. Dennis Peiler (r.). (Foto: T. Hartwig)

Wenn sich am 6. und 7. Juli die Delegierten gemeinsam mit der Verbandsspitze der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) im hessischen Fulda zur Jahresversammlung treffen, steht die weltweit größte Pferdesport- und Pferdezuchtorganisation vor einem großen personellen Umbruch. Breido Graf zu Rantzau, seit 2005 FN-Präsident, tritt nicht mehr zur turnusmäßigen Wahl an. Der 71-Jährige hat schon einen Kandidaten für seine Nachfolge in das Präsidenten-Amt des achtgrößten deutschen Sportverbandes ins Spiel gebracht: Hans-Joachim Erbel aus Solingen.
1959 im baden-württembergischen Weinheim an der Bergstraße geboren, kam „Hajo“ Erbel schon als Jugendlicher, allerdings eher zufällig zum Pferd. Als er neun oder zehn Jahre alt war, wollte seine Schwester mit dem Reiten anfangen.
Die Mutter kaufte beim ortsansässigen Reitverein eine Zehnerkarte für Reitstunden. Doch schon in der ersten Stunde fiel Erbels Schwester dermaßen vom Pferd, dass ihr Interesse an Pferden nachhaltig erlosch.
„Sparsam wie die Menschen aus dem Ländle sind, musste ich anstelle meiner Schwester den Rest der Zehnerkarte abreiten. Dabei fand ich Gefallen an den Pferden“, erinnert sich Erbel an seine ersten Erlebnisse mit Pferden.
Später traf er in Schwäbisch Gmünd auf einen Reitlehrer der alten Schule. „Das war noch so ein richtiger Kommiss-Kopf, wie es sie in den 60er und 70er Jahren in vielen Vereinen und Reitställen gab. Aber Reiten und Umgang mit Pferden konnten sie einem beibringen“, so Erbel.
Im benachbarten Heubach gab es einen Reitstall, den ein Reitlehrer quasi im Ein-Mann-Betrieb leitete. Als der wegen eines Unfalls für viele Monate ausfiel, übernahm Erbel kurz vor seinem Abitur gemeinsam mit zwei Freunden das gesamte Management des Stalls. „Füttern, Misten, Reiten und das ganze Drumherum haben wir für fast ein halbes Jahr gemacht. Sehr zum Missfallen meiner Eltern, die es viel lieber gesehen hätten, dass ich für das Abitur lerne. Aber schließlich hat dann beides geklappt“, erinnert sich Erbel.
Das Studium des Wirtschaftsingenieurwesens an der Universität Darmstadt brachte ihn erstmals in Kontakt mit der FN. 1985 schickte sich die Hochschul-Reitgruppe der Uni Darmstadt an, die ersten Europameisterschaften der Studentenreiter auszurichten, und Erbel gehörte dabei zum Organisationsteam. „Ich empfand die Unterstützung der FN bei der Vorbereitung und Durchführung der EM, was für uns ja absolutes Neuland war, als sehr hilfreich“, erinnert sich Erbel noch mehr als 35 Jahre später.

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