Porträt

„Ich strenge mich gerne an“

Laura Stuhldreier und Damon‘s Pauly. Foto: Dr. J. Wiedemann

Das sagt die 17-jährige Laura Stuhldreier über sich und hat sich mit dieser positiven Einstellung mit einem anspruchsvollen 1,85 m großen Pferd bereits internationale Erfolge in der Junioren- und Junge-Reiter-Tour sowie fünf Siege in S**-Dressuren erarbeitet.
Wenn Laura von der Schule nach Hause kommt, erwartet sie das Pferdeparadies: Haus Möllenbeck liegt vor den Toren Münsters mitten im Grünen. Es ist das Zuhause der Familie Stuhldreier und gleichzeitig ein Pensionspferdebetrieb. So muss man eigentlich gar nicht extra erwähnen, dass die 17-jährige Laura und ihre beiden Geschwister Jan (11) und Anna (13) mit Pferden aufgewachsen sind.
Von der Küche aus gelangen sie in die Sattelkammer und von dort weiter in den Pferdestall. Hier warten in einer schönen Paddockboxenreihe die fünf familieneigenen Sportpferde und Ponys auf Laura. „Als wir 2001 den Hof gekauft haben, war die artgerechte Unterbringung in Paddockboxen auch für Turnierpferde noch nicht etabliert – da waren wir Trendsetter“, erzählt Lauras Mutter Dunja Stuhldreier rückblickend. Das aber war von Anfang an die Grundidee: „Wir wollten artgerechte Haltung auch für Leistungspferde“, waren sich Dunja und ihr Ehemann Thomas Stuhldreier einig. Daher kennt Laura es gar nicht anders, als dass für ihre Sportpartner großzügige Paddockboxen zur Verfügung stehen. Auch die 50 Pensionspferde haben wahlweise Paddocks oder große Boxen mit Außenfenstern und Weidegang. Die Profis Wibke Hartmann-Stommel, Nico Kapche und Jessica Süß betreiben hier ihre Ausbildungsställe. Dabei war der Anfang im alten Gutshaus nicht einfach. Der ehemalige Adelssitz war arg vernachlässigt, bevor Familie Stuhldreier ihn kaufte. Es hat Jahre gedauert, bis er in das Schmuckstück für Mensch und Tier verwandelt werden konnte, das er heute ist. Zuvor hatten Dunja und Thomas Stuhldreier rund zehn Jahre lang im Süden Münsters eine Reitanlage gepachtet. Sie und ihr Mann reiten von Kindheit an: Die 51-jährige Dunja Stuhldreier besitzt das Goldene Reitabzeichen und ritt bis vor drei Jahren noch erfolgreich S-Dressuren mit Pferden aus eigener Zucht. Der Felix HM von Damon Hill war ihr letzter Sportpartner in ihrer Zeit als aktive Turnierreiterin. Aber auch im Springsattel war die dreifache Mutter und Geschäftsfrau erfolgreich: „Mein Mentor war Lutz Merkel. Er hat mich nicht nur reiterlich gefördert, sondern mir auch stets neue Impulse gegeben, wie zum Beispiel den Amateur-Trainerschein und die Richterausbildung zu machen.“ Ihre Dressurausbildung hat sie bei Oliver Oelrich genossen. Ehemann Thomas wollte im Reitsport nicht so hoch hinaus – sein Herz schlug noch mehr für Judo, das er als Leistungssport betrieben hat. Sohn Jan geht es derzeit ähnlich wie Papa – aktuell interessiert er sich mehr für Golfspielen. „Das liegt aber vielleicht daran, dass wir uns reiterlich um ihn noch nicht genug gekümmert haben“, überlegen seine Eltern schmunzelnd, „vielleicht müssten wir einmal nach einem passenden Springpony Ausschau halten.“


Lesen Sie den kompletten Artikel in der Ausgabe 11/2019 von Reiter & Pferde in Westfalen