Porträt

Willkommen auf pferdisch

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Die Jugendlichen sind total motiviert und können für einige Stunden ihr Leid vergessen. Foto: J.-M. Tronquet

Eine Woche raus aus der Unterkunft und rein in den Stall: Ausmisten, Pflegen, Reiten stand für eine Gruppe junger Flüchtlinge in Dortmund auf dem Programm. Der RV Dortmund-Kirchlinde hat sie willkommen geheißen.
Sie zücken ihre Handys, als sie zum ersten Mal vor den Schulpferden des Reitvereins Dortmund-Kirchlinde stehen. Erst einmal ein Selfie machen – um jedem zeigen zu können, dass sie sich auch wirklich getraut haben. Vor allem ihre zurückgelassenen Familien in Syrien, Afghanistan oder Tadschikistan sollen teilhaben an der Welt, in der die 13 Flüchtlingsjungen nun leben. Sie haben alle die Flucht nach Deutschland hinter sich.     Allein, ohne Eltern oder Verwandte. Teils gehen sie hier schon zu Schule, teils haben sie gerade erst mit einem Deutschkurs begonnen.
Es sind Herbstferien. Und in den Kinder- und Jugendeinrichtungen in Dortmund, in denen die Jugendlichen momentan untergebracht sind, wurden sie gefragt, ob sie Lust hätten, an einer Reit-Projektwoche teilzunehmen. Sie werden morgens gebracht oder fahren mit dem Bus und verbringen den ganzen Tag in dem kleinen Reitstall, der mit seinen zwölf Schulpferden noch zu den traditionellen, ländlichen Vereinen gehört. Sie misten aus, schauen dem Hufschmied über die Schulter, begeistern sich fürs Treckerfahren und natürlich fürs Reiten.
Reitpädagogin Inke Grauenhorst, Pferdewirtschaftsmeisterin Rebekka Jütten und die im Verein reitende Grundschullehrerin Jana Poszywala kümmern sich um die Gruppe, zu der auch drei deutsche Mädchen gehören. „Sie haben alle wirklich Lust, mit dem Pferd zu arbeiten und sich zu bewegen“, berichtet Grauenhorst, die erstaunt ist, dass unter den Flüchtlingen nur Jungen sind. Im Alter von 13 bis 17 Jahren hätte man einen Großteil Mädchen erwartet. Doch in den Ländern, aus denen die Teenager kommen, ist Reiten kein Hobby für Frauen. Die Jungen kennen den Reitsport auch nur von Pferderennen. Selbst haben sie bis dato noch nie auf einem Pferd gesessen. Das soll sich hier ändern. Ausgelassen und fröhlich wollen sie vor allem eines: schnell Reiten.

Lesen Sie den kompletten Artikel in der Ausgabe 12/2015 von Reiter & Pferde in Westfalen.