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Die EM ist das nächste Ziel

Rudy Reynolds 08
Judy Reynolds mit ihrem Pferd Vancouver.

Eine Weltklassereiterin bereichert seit diesem Sommer die westfälische Pferdeszene: Die irische ­Dressurreiterin Judy Reynolds lebt seit Juli dieses Jahres in Dorsten.

Derzeit vier Pferde hat Judy Reynolds auf Gut Hohenkamp in Dorsten eingestallt.  Mit Entwicklungspotenzial nach oben, denn sie bietet Ausbildung und Beritt von der Basis bis in die Grand Prix-Klasse an. Die 33-Jährige hat die entsprechenden Erfolge vorzuweisen, die sie sich in einer steilen reiterlichen Karriere selbst erarbeitet hat.
Für ihr Heimatland Irland hat sie sowohl an den Weltreiterspielen 2010 in Kentucky als auch 2014 an den Weltreiterspielen in der Normandie teilgenommen.
Dabei hat sich die sympathische Irin eher spät aufs Dressurreiten spezialisiert, obgleich sie quasi im Pferdesattel aufgewachsen ist. Denn groß geworden ist sie auf dem Bauernhof ihrer Eltern in Irland. Schon im Vorschulalter begannen sie und ihre Schwester in einer Reitschule mit dem Ponysport. Judy hat alles mit den Ponys gemacht, was ging: „Wir ritten vor allem Springen und Jagden, aber ich habe auch Wettbewerbe im Damensattel geritten und wir haben mit den Ponys an Showwettbewerben teilgenommen, die bei uns in Irland eine Mischung aus Präsentieren und Sport sind.“ Mit 16 Jahren hat sie mit dem klassischen Dressurreiten begonnen und war „ziemlich schnell begeistert“, erzählt Judy in fließendem Deutsch. Denn seit Anfang 20 lebt sie mit einigen Unterbrechungen in Deutschland. Und das kam so: Nach der Schule studierte sie zunächst Musikwissenschaften. Doch in dem Beruf wollte sie nie arbeiten: „Es war eher so, dass mir die Musik Spaß machte, denn als Jugendliche hatten wir zu Hause mehrere Instrumente gespielt. Aber vor allem ließ mir das Studium an der National University in Maynooth noch genügend Zeit für den Reitsport“, erzählt die gebildete Reiterin lachend. Bis zur Intermédiaire I hatte sie sich heraufgearbeitet, war in Prüfungen in Irland stets an erster bis dritter Stelle platziert. Ihre Trainerin in Irland war die deutsche Ausbilderin und internationale Richterin Gisela Holstein, deren Tochter Heike in Irland geboren ist und lebt, und für ihre Nation bei den Olympiaden in Atlanta, Sydney und Athen sowie bei Weltreiterspielen am Start war; sie hat übrigens unter anderem bei einem Deutschlandaufenthalt bei Dr. Reiner Klimke in Münster gelernt. Auch Judy entschied sich eines Tages für die führende Dressurnation und ging nach Deutschland. „Die Entscheidung war ganz einfach – die BRD ist das beste Land für Dressurausbildung“, sagt sie mit Überzeugung. Die zielstrebige junge Frau ging in den Stall der Irin Anna Merveldt, der sich im bayerischen Landsberg befand.  „Ich fuhr von Irland dorthin mit einem Lkw voller Pferde“, erzählt Judy rückblickend von ihrer Abenteuerlust.
Doch die Ernüchterung kam schnell: „Das erste Turnier in Deutschland war ein großer Schock – ich wurde Letzte!“ Judy hatte es sich aber auch nicht einfach gemacht; auf diesem bayerischen Turnier im Jahre 2003 war sie in der S-Klasse gleich auf Reiter wie Ulla Salzgeber und Co. gestoßen, kein leichtes Spiel also, wie sie es von Irland gewohnt war. „In Irland gibt es nicht so viele Dressurreiter auf S-Niveau, da ist der Konkurrenzdruck nicht hoch“, erklärt sie. „Doch es wurde dann langsam besser“, blickt sie auf ihre Anfangsphase auf deutschen Turnierplätzen zurück. Vier Jahre blieb sie im Stall der Familie Merveldt, hatte dort später eigene Kundenpferde in Beritt. Dann siedelte Anna Merveldt (52), die 2012 in London Einzelreiterin bei der Olympiade war, nach Italien um, doch dorthin mochte Judy nicht mitgehen.

 

Lesen Sie den kompletten Artikel in der Ausgabe 11/2014 von Reiter & Pferde in Westfalen.