Porträt

Der perfekte Schnitt

In seinem Element: Schmiedemeister Uwe Lukas aus Warendorf.

Eine Erfolgsstory in Lederhose und Sicherheitsschuhen: Uwe Lukas feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Jubiläum als selbstständiger Schmied. Der Meister aus Warendorf ist im In- und Ausland hoch gefragt.
Termine bei Uwe Lukas sollte man frühzeitig anfragen – sie sind rar und so begehrt wie die Buchung bei einem Starfriseur. Und wie beim Coiffeur geht es auch bei Uwe Lukas um den perfekten Schnitt – allerdings nicht den von blonden Locken, sondern den eines Pferdehufs. Ausschneiden, bearbeiten, beschlagen, das ist das Metier des 58-Jährigen. Die perfekte Bearbeitung des Pferdehufs eben. Mit oder ohne Beschlag, mit ganz „normalen“ Eisen oder speziell ausgetüftelten und angefertigten „Hufschuhen“ für den vierbeinigen Liebling. Zu Uwe Lukas‘ Kunden zählen Spitzensportler, die bei internationalen Championaten oder sogar den Olympischen Spielen starten, wie Helen ­Langehanenberg aus Billerbeck oder die Nachwuchs-Grand Prix-Reiterin Bianca Nowag aus Ostbevern. Aber auch Freizeitreiter, die mit ihren Pferden durchs Gelände bummeln. Ob ein Pferd Grand Prix oder Waldweg geht, zählt für Uwe Lukas vom Grundsatz her gleichviel. Ihm ist daran gelegen, den Pferden eine hufgesunde, schmerzfreie, optimale Entfaltungsmöglichkeit unter dem Reiter, an der Longe oder vor der Kutsche zu ermöglichen. Der Schmiedemeister aus Warendorf hat in mehreren Jahrzehnten seiner Arbeit einen enormen Wissensschatz angehäuft – den er aber auch gerne an Berufskollegen oder interessierte Laien weitergibt. Wer mag, kann Uwe Lukas beispielsweise als Referent bei Seminaren des Pferdesportverbands Westfalen erleben. Unvergessen, wie er im vergangenen Jahr ganz im Dienste der Wissenschaft das Bein eines frisch geschlachteten Pferdes aus dem Koffer holte, um es gemeinsam mit den Seminarteilnehmern an der Westfälischen Reit- und Fahrschule ganz in Ruhe zu sezieren. Nach anfänglichem Magengrummeln konnte man dabei eine ganze Menge lernen. Oder wo sieht man sonst schon einmal, wo die Beugesehne entlangläuft, wie ein Hufbein aussieht und wie die lamellenförmige Struktur des Hufhorns angeordnet ist.

Lesen Sie den kompletten Artikel in der Ausgabe 04/2018 von Reiter & Pferde in Westfalen.