Porträts

Isabell und ihre Westfalen

0615 Bella Rose
Mit Bella Rose steht Isabell Werth auf Platz sechs der Weltrangliste Dressur. Foto: S. Lafrentz

Vom Auktionsfohlen bis zur Weltmeisterin: Mit Bella Rose und Emilio hat Isabell Werth zwei westfälisch gebrannte Toppferde im Stall. Den Dritten im Bunde, einen erst drei Monate alten westfälischen Nachkommen von Sezuan-Rubinstein, hat sie im April in Münster-Handorf ersteigert. Das Besondere: Alle drei stammen aus dem Züchterstall der Familie Strunk in Bochum.
Bella Rose: Es ist fast zu rosarot, um wahr zu sein. Aber: Seit Isabell Werth diese Westfalenstute unterm Sattel hat, laufen bei ihr gelegentlich die Freudentränen, schwärmt sie auf ihrer Homepage „Bella Rose lässt mich lächeln“ und sagt vor allem eines – „Sie ist wohl das beste Pferd, das ich jemals unterm Sattel hatte“. Und: „Es gibt wenige Pferde, die einem solche Glücksmomente bescheren.“
 So viel Lob. Wäre Bella Rose ein Mensch, würde sie wohl bescheiden zu Boden blicken und lächeln. Sie ist mit ihren nun elf Jahren Grand Prix- und GP Spezial-Siegerin, Nationenpreisgewinnerin, Mannschaftsweltmeisterin und mehrfache Titelheldin von Reitsportmagazinen. Bella Rose ist so etwas wie der aktuelle Booster in der Karriere von Dressursportspezialistin Isabell Werth. Das Paar steht aktuell auf Platz sechs der Weltrangliste Dressur. Isabell Werth, die am 21. Juli 46 Jahre alt wird, ist ein echtes Phänomen: Mit dem Hannoveraner Don Johnson steht sie auf Platz 13, mit dem Rheinländer El Santo auf Platz Zwanzig, er wurde kürzlich beim Weltcupfinale in Las Vegas Sechster. Sie hat an vier Olympiaden teilgenommen (1992, 1996, 2000, 2008) und besitzt fünf olympische Goldmedaillen. Von fünf Weltmeisterschaften hat sie sieben Goldmedaillen mit nach Hause gebracht. Sie ist weltweit die einzige Dressurreiterin, die seit 25 Jahren  Spitzenpositionen in der Weltrangliste Dressur innehat. Talent, Fleiß, Spitzentrainer, viel Arbeit, gute Pferde, tolle Familie und Team, ihr „Entdecker“ und Trainer Dr. Uwe Schulten-Baumer (†) und natürlich ihre mittlerweile langjährige Mäzenin Madeleine Winter-Schulze, die viele Pferde für sie erworben hat – sie alle machten das möglich. Verlässlich bringt sie jedes Jahr ein neues Grand Prix-Pferd heraus, seit sie als „Mädchen vom Bauernhof“ 1991 mit Gigolo aus dem Besitz vom in der Nachbarschaft wohnenden Dr. Schulten-Baumer Einzel-Europameisterin geworden war.  Und auch wenn sie einmal eine WM oder Olympiade aussetzen musste – Isabell Werth ist seit 25 Jahren präsent und war beim nächsten Mal auch wieder mit dabei. Bislang stammten ihre Spitzenpferde fast ausnahmslos aus hannoverscher Zucht wie Gigolo, Anthony, Warum nicht, Satchmo und Don Johnson. Einzig Amaretto von Argentinus-Ehrenfried, den sie nach ständig wiederkehrenden Koliken und mehreren Operationen 1999 in der Tierklinik Hochmoor aufgeben musste, war ein Erfolgswestfale unter Isabell Werths Sattel. Mit ihm wurde sie 1997 und 1998 Deutsche Meisterin. Sein Tod war ein großer Schock für Isabell Werth, die damals wochenlang alle zwei, drei Tage von Rheinberg aus in die Tierklinik nach Gescher-Hochmoor gefahren war, um an Amarettos Seite zu sein.

Lesen Sie den kompletten Artikel in der Ausgabe 06/2015 von Reiter & Pferde in Westfalen.