Recht & Rat

Haftung für Futtermittel

Recht-Rat 0814

Rechtsanwalt Peter Hufendiek aus Bad Salzuflen fasst die Ergebnisse eines jüngst ergangenen Urteils beim Oberlandesgericht Hamm zur Haftung über Schäden am Pferd durch bakterieninfizierte Silage zusammen. Landwirte müssen beweisen, dass sie entsprechende Vorsichtsmaßnahmen bei Erzeugung und Verfütterung beachtet haben, sonst können sie für Schäden haftbar gemacht werden.

Botulismus ist eine bei Pferden oder Rindern häufig mehrere Tiere gleichzeitig schwer, oft tödlich treffende Erkrankung. Sie wird bei Pferden fast  immer durch Silageverunreinigung mit einem der gefährlichsten bekannten Gifte, dem von den Clostridiun Botulinum Bakterien gebildeten Toxin Botox ausgelöst. In den letzten zehn Jahren habe ich mit der anwaltlichen Aufarbeitung von vier derartigen Erkrankungen zu tun gehabt, mit größtem Interesse, da ich seit vielen Jahren Silage produziere, die mein Sohn auf unserem Hof in seinem Dressurstall an teilweise sehr wertvolle Pferde verfüttert.
Wer in seinem Stall Pferde fremder Einstaller mit Silage füttert, die er selbst hergestellt hat, geht ein existenzielles Risiko ein. Im gerade abgeschlossenen Fall waren innerhalb von drei Tagen 13 Pferde erkrankt, fünf verstarben, aber acht Pferde überlebten, da der Stallbesitzer im Glauben an den Bestand einer Betriebshaftpflichtdeckung für diesen Fall, den betroffenen Pferdebesitzern und den beiden renommierten Kliniken gesagt hatte, sie sollten auf jeden Fall alles tun, um die Pferde zu retten.
So wurden die erkrankten Pferde mit höchstem möglichem Aufwand therapiert und die weit überdurchschnittliche Rettungsquote realisiert. Die intensivmedizinischen Behandlungskosten machten schließlich ein Vielfaches des Wertes der betroffenen Freizeitpferde aus. Der Landwirt oder seine Versicherung wird nun weit über 100 000 € Schadensersatz aufzubringen haben. Darin sind  die Verfahrenskosten der sechs Gerichtsverfahren nicht enthalten. Der Deckungsstreit scheint noch nicht entschieden.

Lesen Sie den kompletten Artikel in der Ausgabe 8/2014 von Reiter & Pferde in Westfalen.