Hund & Co.

Arbeitstier Border Collie

Border Collie
Alles fest im Blick hat ein gut ausgebildeter Hütehund. Foto: E. Jandke

Alle Border Collies haben eines gemeinsam: Sie sind Arbeitstiere! Sie sind intelligent, allzeit bereit,  brauchen Arbeit und Beschäftigung. Sie wollen sowohl geistig als auch körperlich gefordert werden, man muss bei einem Border Collie ein ausgewogenes Maß an Beschäftigung und Ruhe finden. Unterforderte und überdrehte Border Collies sind anstrengend und nervenaufreibend für ihr gesamtes Umfeld, denn sie sind schlichtweg unzufrieden, wenn  sie ihre Instinkte nicht ausleben können.
Wie funktioniert der Hütetrieb?
Um dieser Rasse und ihren Ansprüchen gerecht zu werden, beschäftigen heutzutage viele Besitzer ihre Border mit Agility oder Dogdancing. Dabei ist die ursprüngliche Aufgabe der Border Collies die Hütearbeit. Als Hütehund haben sie die Aufgabe Schafherden um- oder zusammenzutreiben oder einzelne Tiere zu separieren.
Das Hüten einer Viehherde ist im Grunde genommen nichts anderes als das Bejagen des Viehs. Der Hütetrieb basiert auf dem Jagdtrieb, ohne dass es zum Erlegen des Beutetiers kommt. Der Ursprung des Hüteverhaltens liegt bei der gemeinschaftlichen Jagd, wie sie bei Wolfsrudeln üblich ist. Jedes Rudelmitglied übernimmt dabei eine bestimmte Aufgabe. Die Beute wird vom Rudel ausgeguckt, anschließend eingekreist, vom Rest der Herde abgetrennt und in die Enge getrieben. Ist dies geschehen, wird das Beutetier getötet und anschließend verzehrt.
Deshalb kann die Haltung einzelner Schafe ohne Schutz der Gruppe durchaus Stress oder Angst für den Widerkäuer bedeuten, wenn er permanent „gehütet“ wird. Einzelne  Schafe zur Beschäftigung eines Border Collies zu halten, ist daher nicht sinnvoll. Denn aus Sicht des Schafes könnte der Hund ein Wolf auf Beutezug sein.
Durch Zuchtselektion und durch die gezielte Ausbildung seitens der Schäfer hat sich der Border Collie zu einem herausragenden Hütehund entwickelt, der angemessene Aufgaben in sinnvollem Kontext herausragend meistert.  
Mit Pfeifen und Zischen
Die Zuchtselektion ist verantwortlich für den äußerst ausgeprägten Arbeits- und Hütewillen, während der Schäfer die Aufgabe des Alphatieres hat. Er leitet seine Hütehunde und zeigt Grenzen.
Die typisch geduckte Körperhaltung eines Border Collies mit eingezogener Rute ist übrigens kein Zeichen von Angst und Unterwürfigkeit, sondern von höchster Konzentration.
Sobald ein Schäfer mit mehreren Hunden gleichzeitig arbeitet, müssen die Kommandos auf den jeweiligen Hund abgestimmt sein. Manche Schäfer setzen verschiedene Zisch- oder Pfeiftöne ein, andere bilden ihre Hunde in unterschiedlichen Sprachen aus. Entscheidend für eine gute Teamarbeit ist am Ende die klare und eindeutige Ansage des Alphatieres, des Schäfers.
Antje Jandke