Hund & Co

Welpen aus dem Kofferraum

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Ein häufiges Bild an Grenzorten: Händler verkaufen Hunde aus dem Kofferraum. Foto: P. Zipp

Ein sehnlicher Blick, ein hoffnungsvolles Schwanzwedeln – verständlicherweise verfallen viele Tierhalter dem Niedlichkeitsfaktor eines Welpen. Woher er stammt, kann in diesem Augenblick nebensächlich werden. Noch dazu, wenn der Preis stimmt.
Die Gefahr dabei ist aber: Viele junge Hunde auf dem deutschen Markt stammen aus illegalen Zuchtstätten in Osteuropa, die der Hundekäufer nicht unterstützen sollte.
Das Zentrum der europäischen Welpenproduktion erstreckt sich von Polen über die Ukraine und Rumänien bis nach Bulgarien. Dort kommen Welpen wie am Fließband zur Welt. Die Hundemütter sind oft krank und traumatisiert, denn sie gebären ständig, werden schlecht ernährt und untergebracht, medizinisch nicht versorgt.
Die Welpen werden in der Regel viel zu jung der Mutter entrissen und häufig krank, unterernährt und ohne gültige Impfung in Richtung Westen transportiert. Der Vertrieb läuft hauptsächlich über Belgien und die Niederlande. Hier erhalten die Tiere neue Papiere: Jeder holländische Tierarzt kann zum Beispiel einen ausländischen Hundepass in einen holländischen umschreiben – und schon ist der Welpe kein Ostimport mehr. Die Tiere kommen danach in anderen europäischen Ländern wie Deutschland, Frankreich, Italien oder Spanien auf den Markt.
Sie bringen häufig gefährliche Seuchen und Parasiten mit. Denn rund die Hälfte der oft in Käfigen und Schuppen produzierten Tiere ist ernsthaft krank. So sind gerade ungeimpfte Hunde im Alter von zwei bis 16 Wochen besonders gefährdet, an der Infektionskrankheit Parvovirose zu erkranken. Für die neuen Besitzer bedeutet das oft ein böses Erwachen nach dem Erwerb des vermeintlich günstigen Rassewelpen. Hohe Tierarztkosten und nicht selten der frühe Tod des Welpen folgen.

Lesen Sie den kompletten Artikel in der Ausgabe 11/2015 von Reiter & Pferde in Westfalen.