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Exponat des Monats: Chromolithografie des berühmten Vollblut-Hengsts Ard Patrick

Foto: Westfälisches Pferdemuseum

Das Exponat des Monats Juni zeigt einen wahren „Importschlager“ der Vollblutzucht: Es handelt sich um eine Chromolithografie des berühmten ­irischen Hengsts Ard Patrick (1899-1923). Der Hengst war ein Enkel des legendären Rennpferdes St. Simon, der als einer der erfolgreichsten Zuchthengste in der Geschichte der Vollblutzucht gilt. Ard Patrick gewann 1902 das englische Epsom Derby, auch Derby Stakes genannt, eines der traditionsreichsten Pferderennen der Welt. Nur ein Jahr später siegte er als Vierjähriger im Rennen Princess of Wales ­Stakes in Newmarket und den Eclipse ­Stakes im englischen Sandown Park. Seine Gewinnsumme lag bei 28 000 Pfund, damals rund 560 000 Mark. Daher entschied sich Graf Georg von Lehndorff, von 1887 bis 1911 Königlich-Preußischer ­Oberlandstallmeister, den Hengst 1903 nach Deutschland zu importieren – für die stolze Summe von 410 000 Goldmark, heute umgerechnet 2 119 700 Euro. Ard Patrick wurde Zuchthengst im Gestüt Graditz. Zu seinen berühmtesten Nachkommen zählen die Stuten Granada, Hornisse und Antwort sowie der Derbysieger Ariel. Die Chromolithografie stammt vom deutschen Tiermaler Heinrich Sperling (1844 – 1924) und ist Teil der Kunstmappe „Pferderassen“ von Richard Schoenbeck, erschienen um 1900 im Kunstverlag Eduard Eggebrecht Berlin. Die Mappe wurde dem Westfälischen Pferdemuseum im März 2017 von Monika Kuschel aus Klostermansfeld übergeben.