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Im Museum: Der Reitsport um 1900

Um 1920 wurde diese Aufnahme einer Reiterin im Damensattel gemacht. Foto: Archiv Westf. Pferdemuseum

Es sind besondere Einblicke in die Geschichte des Reitsports: Das Westfälische Pferdemuseum bekam vor Kurzem ein seltenes historisches Fotoalbum mit Aufnahmen aus dem frühen 20. Jahrhundert geschenkt. Das Album enthält zahlreiche Schwarz-Weiß-Fotografien verschiedener Reitturniere und Pferderennen. Abgebildet sind auch einige prominente Reiter, darunter der preußische Rittmeister Alfred Hans August von Willich (1862 bis 1941) und der erfolgreiche deutsche Dressur- und Geländereiter Friedrich Sigismund von Preußen, der 1927 bei einem Reitunfall ums Leben kam. Für Museumsdirektorin Sybill Ebers sind die historischen Aufnahmen aber vor allem deswegen interessant, weil sie einen einzigartigen Blick in die Vergangenheit des Reitsports werfen: „Die Fotografien zeigen, welchen Stellenwert das Reiten um die Jahrhundertwende hatte, und wie sich der Sport bis heute verändert hat.“ So war es noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts üblich, dass man sich beim Springen mit dem Oberkörper zurücklehnte und die Beine nach vorne streckte, um sich bei der Landung besser abstützen zu können. Erst der italienische Rittmeister Federico Caprilli entwickelte Anfang des 20. Jahrhunderts den leichten Springsitz, der das Pferd über dem Hindernis entlastet, und läutete so eine neue Ära des Springreitens ein. Das Fotoalbum ist eine Schenkung von Johannes Emmerich aus Halle. Er ist Mitglied im „Verein zur Förderung des Westfälischen Pferdemuseums e. V.“. www.pferdemuseum.de