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Luigi Baleri, Besitzer von Clooney: „Kein anderes Pferd kann Clooney toppen“

Clooney, der Überflieger. Alle, die ihn kennen, bescheinigen ihm einen ungewöhnlich starken Willen. Foto: J. Toffi

Neuer Europameister der Springreiter ist der Schweizer Martin Fuchs mit dem Westfalen-Wallach Clooney von Cornet Obolensky-Ferragamo (Z.: Bernd Richter, Ladbergen). Damit gewann der 27-jährige erstmals einen internationalen Einzeltitel. Mit Clooney hatte er sich bereits bei den Weltreiterspielen 2018 in Tryon 2018 die Silbermedaille gesichert.
Bei den Europameisterschaften wurde der in der Schweiz ansässige Luigi Baleri vom „Jumping Owners Club“ zum „Owner of the Year 2018“ ernannt. Der „Owner of the Year Award“ wurde 2004 aus der Taufe gehoben, um den jeweils erfolgreichsten Besitzer von Springpferden des abgelaufenen Turnierjahrs zu ehren. Dazu werden die drei besten Pferde eines Besitzers betrachtet. In die Wertung kommen Erfolge aus Fünf-Sterne-Springen, Nationen-Cups, internationalen Championaten und die Ergebnisse bei Olympischen Spielen. Der „Jumping Owners Club“ ist ein internationaler Zusammenschluss von Springpferdebesitzern. Er sieht seine Aufgabe darin, den Springsport weltweit zu fördern und bekannter zu machen. Der Club ist die einzige Institution, die den Pferdebesitzern eine Stimme verleiht.

Seit wann sind Sie Clooneys Besitzer?
Luigi Baleri: Seit dem CSI Genf 2017. Martin sagte mir, dass Clooney in die USA verkauft werden sollte. Das  mussten wir verhindern, damit er sein bestes Pferd behalten konnte.

Können Sie beschreiben, was Sie fühlten, als Sie Clooney zum ersten Mal trafen?
Luigi Baleri: Unmöglich. Der Verkaufsprozess musste schnell abgewickelt werden und war eine emotionale Achterbahnfahrt. Als es geschafft war, war das Gefühl einfach großartig!

Nimmt Clooney eine Sonderrolle unter Ihren Pferden ein?
Luigi Baleri: Ich würde nicht sagen, dass er eine Sonderrolle einnimmt. Alle meine Pferde sind großartig. Aber betrachtet man seine Erfolge bisher, dann ja, ist er schon etwas Besonderes. Er hat einen starken eigenen Willen. Das ist pures Glück für uns, denn sonst würde er nicht so erfolgreich sein und hätte sicher auch seine Krankheit (Clooney hatte 2018 eine schwere Kolik-OP, die Red.) nicht so schnell überwunden. Es war erstaunlich zu sehen, wie seine Genesung verlief. Mit dem Gewinn der Silbermedaille bei den Weltmeisterschaften in Tryon zeigte er der ganzen Welt, wie stark sein Wille ist.

Woran erinnern Sie sich am liebsten?
Luigi Baleri: Um ehrlich zu sein – der jüngste Erfolg ist immer der beste. Jeder Erfolg, den wie feiern können, ist ein besonderer.

Wenn Sie Clooney beschreiben müssten?
Luigi Baleri: Einfach der Beste!

Wie ist sein Charakter, was sind seine Stärken, was seine Schwächen?
Luigi Baleri: Er hat einen starken Charakter, ist stur und hat einen gesunden Appetit.

Wie suchen Sie Ihre Pferde aus?
Luigi Baleri: Wenn Martin oder Thomas sagen: „Das ist er!“

Ist Chaplin der nächste Clooney?
Luigi Baleri: Nein, Clooney kann kein anderes Pferd toppen. Aber Chaplin und The Sinner sind ebenfalls tolle Pferde. Sie haben das schon mit eigenen Erfolgen bewiesen, und ich bin sicher, dass sie große Karrieren vor sich haben.

Seit wann investieren Sie in Sportpferde?
Luigi Baleri: Das tue ich seit mehr als dreißig Jahren. Die Reise mit Martin begann, als er 13 Jahre alt war und wir entschieden, ihm mein Pferd Riot Gun zur Verfügung zu stellen. Neben unserer Geschäftsbeziehung entwickelte sich eine echte Freundschaft zur Familie Fuchs. Zusammen feiern wir die Erfolge und durchleben auch die nicht so guten Zeiten.

Warum Martin und kein anderer Reiter?
Luigi Baleri: Schon als er 13 Jahre alt war, konnte man sein Ausnahmetalent erkennen. Und man konnte auch schon erkennen, dass der Junge sehr freundlich, loyal und ehrlich ist. Ich könnte mir keinen besseren Reiter für meine Pferde vorstellen. Und jetzt ist der alte Spruch „never change a winning team“ offensichlich wahr geworden.

Interview: Jumping Owners Club, Übersetzung Englisch-Deutsch: A. González