Sport

Historie: 50 Jahre Westfälische Voltigiermeisterschaften

Diese Impression von der ersten Westfalenmeisterschaft erschien 1968 im Märzheft „Westfalens Ross und Reiter“.

1968 wurde der erste westfälische „Vergleichswettkampf“ der Voltigierer mit 13 Gruppen ausgetragen. Das war die Geburtststunde der Westfälischen Voltigiermeisterschaften.
Es lässt sich ziemlich genau datieren: Seit 87 Jahren wird in Westfalen „organisiert“ voltigiert! Im Jahr 2006 feierten die westfälischen Voltigierer „75 Jahre Voltigieren in Westfalen“ mit einem großen Aktionstag in Münster, bei dem sich alles um die Geschichte und die Zukunft dieser faszinierenden Pferdesportdisziplin drehte. 200 Voltigierfans – aktive Sportler, Ausbilder, Turnierfachleute und Voltigierfreunde nahmen teil.

Voltigieren in Westfalen – Die Meilensteine

1920 war das Voltigieren bereits Olympische Disziplin
1931: Erstes Treffen von Voltigiersportinteressierten in Westfalen
1932: Erster Voltigierwettkampf in Hamm
1959: In Bünde findet der erste Voltigier-Wettkampf nach dem 2. Weltkrieg statt. 13 Voltigiergruppen nehmen teil.
1963: Die erste Deutsche Meisterschaft der Voltigierer wird in Wiesbaden ausgetragen
1968: Beim 6. Jugend-, Reit- und Springturnier in der Halle Münsterland in Münster wird erstmals auch ein „Vergleichswettkampf“ der westfälischen Voltigierer ausgetragen. 13 westfälische Voltigiergruppen nehmen an dieser Prüfung teil. Sie ist damit die erste Westfälische Voltigiermeisterschaft.
In „Westfalens Ross und Reiter“ vom März  1968 (dem Vorläufer der heutigen „Reiter & Pferde in Westfalen“) steht ein ausführlicher Bericht. Darin heißt es: „Für den Vergleichswettkampf ergibt sich die erfreuliche Feststellung, dass die Spitze breiter und die Mittelklasse gefestigter wurde, während der Nachwuchs gelernt hat. Viele gute Pferde stehen den westfälischen Gruppen zur Verfügung, nur wenige erschwerten den begeisterten Kindern ihr Auftreten.“ Obwohl der Sieg an das Team des RV Wolbeck ging, stand geschrieben: „Wolbeck steht nun nicht mehr auf einsamer Höhe; Jöllenbeck, Vreden und Werl sind in die Spitzengruppe aufgerückt.“ Denn in dieser Reihenfolge war platziert worden.
1970: Erste Voltigiervertreter werden in den Kreisreiterverbänden und den Regierungsbezirken gewählt.
Seit den 70er Jahren engagiert sich Hans Günter Kampmann ausbilderisch und sportpädagogisch für den westfälischen Voltigiersport.
1974: Der Fachbeirat Voltigieren im Provinzial-Verband westfälischer Reit- und Fahrvereine wird gegründet. Seit 1974 gibt es im Voltigieren wieder Europa- und Weltmeisterschaften.
1980: Erste Informationsveranstaltung zur Einführung des Voltigierens als Schulsport
1981: Jubiläum: 50 Jahre Voltigieren in Westfalen
1983: erste internationale Voltigierbegegnung mit sechs Nationen in Lübbecke
1985: Erste Westfälische Meisterschaft im Einzelvoltigieren
1988: Der Westfale Christoph Lensing wird erstmals Weltmeister, vier weitere Titel folgen
1990/1992: Das Team Rhede wird Vizeweltmeister in Stockholm, ein Jahr später Vizeuropameister in Bern
1994: Der erste „kombinierte Wettbewerb Reiten/Voltigieren“ findet statt
1998: holte Henrik Ossenbrink vom RV Büren die Bronzemedaille der Weltreiterspiel nach Hause.
1999: Der Fachbeirat Voltigieren in Westfalen feiert 25-jähriges Jubiläum
2006: Voltigieren in Westfalen feiert 75-jähriges Jubiläum.
2015: Seit diesem Jahr dominiert der Gütersloher Jannis Drewell (geb. 1991) vollends den deutschen und internationalen Voltigiersport: Er wird 2015/2016/2017 Deutscher Meister. 2015 wird er Europameister, 2017 Vizeeuropameister, 2016 Dritter der Weltmeisterschaften. 2017 und 2018 gewinnt er die Weltcup-Finale in Dortmund, nachdem er 2016 Vize-Weltcup-Sieger geworden war. 
Ebenfalls seit 2015 mischt das Pas de Deux-Team Jolina Ossenberg-Engels und Timo Gerdes aus Westfalen in der Weltspitze mit: u. a. mit zwei vierten und einem dritten Platz im Weltcup-Finale 2016, 2017, 2018; zwei DM-Vizetiteln (2016, 2017), Platz sieben bei der WM 2016 und Bronze bei der EM 2017.
Die gebürtige Hamburgerin und mittlerweile für den Voltigierverein Haus Getter in Münster startende Sarah Kay ist nach zahllosen Erfolgen der Vergangenheit 2017 Deutsche Meisterin und Vizeeuropameisterin.
Heute hat beinahe jeder Reitverein eine Voltigierabteilung. Westfalen ist zusammen mit Bayern der Landesverband mit den meisten turniersportlich ambitionierten Voltigierern: 2017 hatten 142 Einzelvoltigierer und 172 Gruppen eine Lizenz. Longen­führer mit Turnierlizenz gab es insgesamt 228.