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Westfälische Pferde dominieren in Lienen

Bei den Hengstfohlen siegte ein westfälischer For Romance-De Niro-Sohn (Z: Agnes Beckhoff, Rietberg). Foto: S. Wegener

 Beim Finale des 14. Deutschen Stuten- und Fohlenchampionats in Lienen am vergangenen Wochenende gingen in sieben von acht Ausscheidungen westfälisch eingetragene Pferde als Sieger hervor.

Bereits am Freitag waren die von den Zuchtverbänden nominierten dreijährigen Stuten vorgestellt worden. Die springbetonten Reitpferdestuten traten im Freispringen gegeneinander an. „Es war phänomenal. Bei keiner der 17 Stuten fiel eine Stange“, war Richter Wolf Lahr aus Sachsen vom hohen Niveau begeistert. Der Oxer maß am Ende 1,30 m im Karree bei einer Tiefe bis zu 1,40 m. Nach der anschließenden Bewertung der sechs besten Stuten auf der Dreiecksbahn siegte im Gesamtergebnis die Westfalenstute Abby von Arpeggio-Cornet Obolensky (Z: Dr. Lutz Alswede, Münster). „Eine Springstute, wie wir sie uns heute wünschen: sehr beweglich, intelligent und mit viel Übersicht“, lobte Lahr die Siegerin. Silber erhielt die Hannoveranerstute Cleo von Cloney-Drosselklang I. Der dritte Rang ging mit Coco Chanel von Cristallo II-Asca (Z: Jasmin Seyed Abbassi, Saerbeck) an Westfalen.

Bei den dressurbetonten Stuten stand nach der Bewertung von Typ, Körperbau, Korrektheit, Trab, Schritt, Gesamteindruck und Zusatznote die dunkelbraune Westfalenstute Deevoice von Desperados-Ehrenwort (Z: Gabor Szescsi, Menslage) ganz vorne in der Rangierung. Die Richter lobten sie als sehr rahmiges Stutenmodell, das in der Bewegung an Takt, Raumgriff und Lastaufnahme kaum zu überbieten sei. Fräulein von Ampere (NLD)-Desperados wurde zweite vor Fiscarya von Fürstenball-Highness.

Die westfälische Reitponystute Nobless Vaness von Nobel Nagano-Viscount (Z: Marlies Brinkmann, Lüdinghausen) gewann ihre Konkurrenz vor der Weser-Ems-Stute Gypsy San WE von Can Dance-Golden Dasher und der rheinisch gezogenen Caty Perry von Cyrill WE-FS Don‘t Worry. Vor der Zusatznote am Sonntag hatte die kraftvolle dunkelbraune Stute noch auf dem zweiten Rang gelegen. „Wir zeichnen eine Stute aus, die einen Ponytyp verkörpert, wie wir ihn uns wünschen“, erklärte Wolf Lahr. Das Richterkollegium appellierte an Ponyzüchter und Zuchtverbände, die Rassemerkmale nicht aus den Augen zu verlieren und darauf zu achten, dass der Warmblutanteil nicht zu groß wird.

Am Samstag gingen die Hengst- und Ponyfohlen ins Rennen. Bei den Hengstfohlen siegte ein dunkelbraunes, westfälisches For Romance-De Niro-Fohlen aus der Zucht von Agnes Beckhoff aus Rietberg. Richter Gerd Volkers aus Oldenburg bezeichnete es als „sehr schön im Typ mit einer wunderbaren Halsung und einer sehr interessanten Genetik“. Die Plätze zwei und drei gingen an Hannover und Oldenburg mit Fohlen von Franziskus-Contendro I und Follow me-San Amour I.

Bei den Reitponyfohlen war das Treppchen ausschließlich mit westfälisch eingetragenen Pferden besetzt. Sieger wurde ein Hengstfohlen mit der Abstammung Cosmopolitan D-Der feine Lord AT (Z: Martin Vieth-Brehe, Ahlen). Der Fuchs hatte bereits die Qualifikation in Handorf mit Höchstnoten abgeschlossen. Silber erhielt ein Golden State-Clooney AT-Hengstfohlen (Z: Jill Mieleszko-Vekens, Paderborn), das am Finaltag in Lienen von Volkers als „Bewegungskünstler des Tages“ betitelt wurde. Bronze ging an ein Ponystutfohlen mit der Abstammung Golden Challenge H-Mentos (Z: Ulrike Knipping, Rhede).

In der Konkurrenz der Stutfohlen kam eine westfälisch gezogene Bon Bravour-Dream On-Tochter (Z: Katharina Hadeler, Rahden) auf den Bronzerang, bei der laut Richterkollegium „alles zusammenpasste“. Es siegte ein rheinisches Fohlen von Sir Donnerhall I-Rockwell vor einer hannoverschen For Romance-De Niro-Tochter.

Die For Pleasure-Ringe, in denen zusätzlich die besten springbetonten Fohlen geehrt werden, wurden ebenfalls von westfälischen Pferden dominiert. Bei den Hengstfohlen siegte ein westfälischer Lordanos-Concept-Nachkomme (Z: Hermann Bruns, Borken) vor einem ebenfalls aus Westfalen stammenden Los Angeles-Lancer III-Fohlen (Z: Wilhelm Schwenker, Hille) und einem holsteinischen Casall-Contendro I-Sohn. Eine westfälisch eingetragene Diarado-Argentinus-Tochter (Z: Johannes Jakobs, Paderborn) gewann bei den springbezogenen Stutfohlen vor einer Viscount-Escudeur- und einer hannoverschen Contendro I-Stakkato-Tochter.  S.R.

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