Das Thema

Bodenpflege Teil II

Hoflader/Radlader haben genügend Kraft, um Reitplatzplaner zu ziehen. Foto: Dr. J. Wiedemann

Mit unserem Experten Daniel Dirkes von https://www.concept-reitplatzbau.de/ erklären wir, wie der Reitplatz in Schuss gehalten wird und welche technischen Voraussetzungen dafür erfüllt sein sollten.

Die richtige Bewässerung ist das A und O der Reitplatzpflege. Die allermeisten Böden behalten ihre Reiteigenschaften nur, wenn sie eine gewisse Feuchtigkeit haben. Ohne Bewässerung wird der Boden ungleichmäßig tief und verzieht sich. Außerdem ist die eventuelle Staubbildung durch Abrieb der verwendeten Materialien nicht zu unterschätzen. In den trockenen Monaten müssen Außenplätze daher beregnet werden, Reithallenböden im Prinzip ganzjährig. Nur Außenplätze aus reinen Textilfasern oder aus reinem Siebgut (Holzfaser) benötigen fast keine Beregnung.

Die erste Komplettwässerung findet nach dem Einbau der Böden statt. Denn die verbauten Schichten müssen sich noch setzen und benötigen hierfür Wasser und Verdichtung. Bei der Erstbewässerung beispielsweise eines Sandplatzes ist das sogar so viel, dass das Wasser für einige Stunden auf dem Reitboden sichtbar steht. Durch Schleppen (ohne Zinken und anfangs nur 1 bis 2 cm tief) und Reiten verdichtet sich dann der vollgesaugte Boden zu einem funktionsfähigen Reitboden.

In der weiteren Benutzung des Reitplatzes muss immer erst der Hufschlag geräumt und der Reitboden plan gezogen werden, bevor gewässert wird. Ansonsten würde das Wasser im Hufschlag bzw. in den Hufabdrücken stehen und Pfützen bilden.

Wer nicht per Hand und Schlauch bewässern möchte, dem bieten sich einige professionelle Lösungen an, die ein viel gleichmäßigeres Bewässerungsergebnis bringen und noch dazu viel Zeit sparen. Denn die möglichst gleichmäßige Beregnung eines kompletten Reitplatzes per Handschlauch kann zwei Stunden und mehr dauern.
Warnen muss man auch davor, den Platz nur oberflächlich zu bewässern. Gerade im Sommer verdunstet dann das wenige aufgebrachte Wasser nach kurzer Zeit schon wieder. Also besser in größeren Intervallen, dafür aber reichlich wässern, damit sich der komplette Reitboden mehrere Zentimeter tief vollsaugen kann.

• Der günstigste Einstieg in die Bodenbewässerung ist die Verwendung eines Beregnungswagens. Hier überzeugt einfach das Preis-Leistungs-Verhältnis. Beregnungswagen sind für verschiedene Reitplatzgrößen mit verschiedenen Wurfweiten des Wassers und verschiedenen Schlauchlängen verfügbar. Man stellt den Wagen auf den Platz und fährt den Regner aus. Dann heißt es „Wasser marsch“ und der turbinengetriebene Beregnungswagen arbeitet sich automatisch über den Platz, um gleichmäßig zu bewässern. Der Schlauch rollt sich automatisch auf und schaltet dann die Beregnung ab.

Wichtig beim Einsatz eines Beregnungswagens – genau wie bei Regnern, die am Platzrand fest montiert sind – ist, dass es möglichst windstill ist. Ansonsten kommt das Wasser nicht dort an, wo es hinsoll.
Zudem muss das Wasser mit dem richtigen Druck am Beregner ankommen, damit der optimal arbeiten kann. Bewässert wird am besten abends oder nachts, da dann am wenigsten Wasser verdunstet.

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