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Rotz-Infektion bestätigt

 Bei einem Sportpferd aus Niedersachsen hat sich der Verdacht auf die Infektionskrankheit Rotz nun doch bestätigt. Das Pferd war im Rahmen einer routinemäßigen Untersuchung Ende November aufgefallen. Es sollte in die USA exportiert werden. Die Infektion des Pferdes wurde nach weitergehenden Untersuchungen des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) jetzt festgestellt. In Deutschland war die Infektionskrankheit Rotz seit 1956 nicht mehr nachgewiesen worden.

Das Pferd, das seit November in einem Bestand im Landkreis Osnabrück gehalten wurde, hatte keinerlei klini­sche Symptome aufgewiesen. Um den Befund abzuklären, war im Dezember eine diagnostische Tötung erforderlich. Nachdem bakteriologische Untersuchungen der Organe negativ verlie­fen, wurden gezielt Hautproben molekularbiologisch untersucht. In diesen Proben hat das FLI nun Rotz-spezifische DNA nachgewiesen, die In­fektion wurde am 27. Januar amtlich bestätigt. 

Da die anderen Pferde im betroffenen Bestand im Abstand von jeweils zwei Wochen dreimal negativ getestet wurden, gilt die Seuche in diesem Bestand als erloschen. In Beständen, in denen sich das Pferd vorher befand, werden nun weitere Untersuchungen durchgeführt. Wie die Pressestelle des niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz am 29. Januar auf Anfrage mitteilte, soll es vermutlich keine Kontaktbetriebe in Nordrhein-Westfalen gegeben haben. Wie sich das betroffene Pferd infiziert hat, ist bisher nicht geklärt. Nach neuester Information des Ministeriums von heute, 30. Januar, wurde das betroffene Pferd in Schleswig-Holstein geboren, stand dort auf Betrieben und später dann auf Betrieben in Niedersachsen aber auch in NRW.

Die bakterielle Infektionskrankheit Rotz, ausgelöst durch den Keim Burkholderia Mallei, ist eine anzeigepflichtige Tierseuche und tritt vornehmlich bei Einhufern (Pferde, Esel, Maultiere, Zebras) auf und wird durch Körpersekrete übertragen. Die Erkrankung kann in Form knotiger und geschwulstiger Entzündungen in der Haut (Hautrotz), der Nasenschleimhaut (Nasenrotz) und der Lunge (Lungenrotz) auftreten. Bei Pferden dominiert die chronische oder latente Verlaufsform, wodurch sich die Krankheit manchmal auch unerkannt verbreitet.

Rotz kann auch auf andere Säugetiere und bei engem direktem Kontakt zu erkrankten Tieren auch auf den Menschen (Zoonose!) übertragen werden, etwa über kleine Hautläsionen. In der Vergangenheit waren Ansteckungen bei Menschen selbst bei hohen Erkrankungshäufigkeiten in der Pferdepopulation aber selten. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war Rotz weltweit verbreitet, wurde in Westeuropa und Nordamerika aber in den fünfziger Jahren weitgehend ausgerottet. In Deutschland trat der letzte Fall bei Pferden 1956 auf. Zuletzt war die Krankheit in Südamerika und Asien wieder vermehrt aufgetaucht.

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