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CHIO Aachen: Deutsche Damen siegen

Helen Langehanenberg und Damon Hill knackten als einzige die 80 Prozent-Marke. (Foto: FEI/Kit Houghton)

 Deutschland hat vor den Augen von 5.000 Zuschauern gestern zum dritten Mal in Folge die CDIO-Mannschaftswertung und damit den Lambertz Nationenpreis gewonnen. Helen Langehanenberg (Havixbeck) auf Damon Hill NRW, Isabell Werth (Rheinberg) auf Don Johnson FRH, Anabel Balkenhol (Rosendahl) auf Dablino FRH und Fabienne Lütkemeier (Paderborn) auf D’Agostino 5 erritten in der Soers ein Gesamtergebnis von 232,15 Punkten und setzten sich damit deutlich vor die Konkurrenz aus Dänemark (223,043) und den Vereinigten Staaten (217,298). Langehanenberg war beste Reiterin und gewann damit den preis der Familie Tesch.

Ohne die großen Konkurrenten aus Großbritannien und den besten Reitern aus den Niederlanden waren die Gastgeberinnen von vornherein die Favoriten. Dennoch war der Erfolg für die Equipe nicht selbstverständlich. „Es ist eine Ehre für mich hier zu sitzen“, räumte die deutsche Bundestrainerin Monica Theodorescu gleich zu Beginn der Pressekonferenz ein und lobte vor allem Weltcup-Siegerin Helen Langehanenberg. Die 31-Jährige war die herausragende Akteurin des Dressurwettbewerbs im Deutsche-Bank-Stadion. Mit 81,128 Punkten gewann sie vor ihrer Trainingskameradin Anabel Balkenhol, die auf 77,403 Punkte kam. Dressur-Ikone Isabell Werth leistete sich kleinere Fehler und kam am Ende auf Rang sieben. Lütkemeier ritt auf Platz zehn und lieferte damit das deutsche Streichergebnis.

Das Ausnahmepferd Damon Hill knackte beim CHIO als einziges Paar die magische 80-Prozent-Marke. „Das genieße ich jetzt. Dann kommt der kritische Blick“, scherzte Helen Langehanenberg und freute sich über den Sieg im Preis der Familie Tesch. Das Pferd habe sich sehr frisch angefühlt. „Ich hatte richtig Spaß“, gab die 31-Jährige zu Protokoll.

Für die Überraschung des Tages sorgte Langehanenbergs Freundin Anabel Balkenhol. Dass die 41-Jährige mit ihrem 13-jährigen Wallach Dablino so glänzen würde, überraschte auch die Experten. „Im Training hat sie diese Leistung schon oft gezeigt“, sagte Bundestrainerin Theodorescu. Jetzt endlich habe sie es auch einmal in der Prüfung abgerufen. 77,043 Prozentpunkte – das war das zweitbeste Ergebnis der Einzelwertung und hob die Sportlerin aus Rosendahl zugleich in den Kreis der potenziellen EM-Kandidatinnen, sollte sie ihre ausgezeichnete Verfassung auch im Grand Prix Special am Samstag und in der Kür am Sonntag bestätigen.

Etwas weniger überzeugen konnte die fünfmalige Olympiasiegerin Isabell Weth und die erst 23-jährige Fabienne Lütkemeier. Bei Werth lag das hauptsächlich an einem Timing-Fehler. „Ich mich total vermanagt“, gestand die 43-Jährige. Sie habe sich einige Reiterinnen angeschaut und ihren Don Johnson dann zehn Minuten zu früh gesattelt und auf die Prüfung vorbereitet. „Somit hatte ich ihn zum Zeitpunkt des Einritts nicht in optimaler Form“, beschrieb Werth. Dass am Ende dennoch zum deutschen Sieg beitrug, lag laut Aussage der Nationaltrainerin, an der „hohen Professionalität und Erfahrung von Isabell“. Es zeigte Theodorescu aber auch, dass sich das gesamte Team für das anstehende Championat in Herning (Dänemark) noch weiter einspielen muss.

Stichwort Dänemark: An das Partnerland des diesjährigen CHIO ging auch der dritte Platz der Einzelwertung. Nathalie zu Sayn-Wittgenstein, die Nichte der dänischen Königin Margrethe, kam auf ihrem 16-jährigen Wallach Disgby mit 75,638 Prozent auf Platz drei. Auch zur Heim-EM wolle die Equipe „um die Medaillen mitreiten“, sagte Bundestrainer Rudolf Zeilinger.

Am Sonntag wird Theodorescu die vier deutschen Herning-Vertreterinnen sowie das Reserve-Duo bekanntgeben. Außer den vier Nationenpreis-Reiterinnen zählt Kristina Sprehe aus Dinklage zu den potentiellen EM-Kandidatinnen. Die Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele hatte am Vortag im HAVENS Pferdefutter-Preis ihr Comeback mit einem Sieg im Grand Prix auf Desperados gegeben, nachdem sich das Pferd beim Weltcupfinale in Göteborg vertreten hatte. Bei den kontinentalen Titelkämpfen in Balve war sie nicht am Start und muss daher in Aachen in der kleinen Tour antreten.

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