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Hippotherapie vollbringt Wunder in Rjasan

Vereine 12-13 Hippotherapie
Das Referententeam bei der Abschlusskonferenz des russischen Pilotprojekts in Rjasan. (Foto: privat)

Seit zwei Jahren bietet das Rjasaner Gender Zentrum therapeutisches Reiten für behinderte Kinder im Reitstall Rosinante in Münsters russischer Partnerstadt Rjasan an. Die deutsch-russische Gesellschaft Münster, seit vielen Jahren Partner des Rjasaner Gender Zentrums, begleitete und unterstützte das Projekt durch die Organisation von Fachaustausch und Fördermitteln. Unterstützt wurde das Programm vor allem durch die Aktion Mensch, aber auch durch die Stadt Münster, die Stiftung West-Östliche Begegnungen und viele weitere russische und deutsche Sponsoren. Als Schirmherr und Förderer hat Constantin Freiherr Heereman aus Riesenbeck zum Gelingen des Programms in Russland beigetragen. Ingrid Klimke hat die Einnahmen aus dem offenen Training im Oktober dem Projekt gespendet.

Ende August wurde das Projekt in einer deutsch-russischen Fachkonferenz in Rjasan ausgewertet und abgeschlossen. Aus Deutschland berichteten die Hippotherapeutin Renate Kottman, die Voltigierpädagogin Hildegard Rosemann aus Ladbergen, beide Mitglieder des Deutschen Kuratoriums für Therapeutisches Reiten, sowie Margarethe Langer, die einen Vortrag über therapeutisches Reiten an Schulen in NRW  hielt.

Der leitende Arzt Dr. Lapizkij stellte seine Therapiemethode vor, die sich dadurch auszeichnet, dass er den ganzheitlichen Blick der Osteopathie mit der Hippotherapie zu einem therapeutischen Kosmos verknüpft. Darin liegt das Geheimnis seiner großen Erfolge. Das bestätigen ihm mit großer Anerkennung seine deutschen Kolleginnen.

Über 90 Kinder hat das Rjasaner Team in diesem Zeitraum mit zum Teil erstaunlichen Ergebnissen behandelt. Nur ein Beispiel ist der sechsjährige Sergej, der an einer halbseitigen Lähmung leidet. Vor der Therapie konnte er Treppen nur steigen, indem er sich am Geländer hochzog, mit der rechten Hand konnte er nichts halten, sprachlich war er verzögert. Nach zehn bis zwölf Übungsstunden kann er nun die Treppe hochsteigen und auf seinem Handy die Telefontasten drücken. „Die Hippotherapie vollbringt Wunder“, sagt auch Vera, die Mutter eines autistischen Kindes, in ihrem Erfahrungsbericht auf der Konferenz.

Das Team unter Dr. Lapizkij ist gut vernetzt mit anderen Initiativen für behinderte Kinder. Es versichert, dass therapeutisches Reiten für behinderte Kinder in Rjasan weiter angeboten wird. Darauf hoffen die Eltern.

Gudrun Wolff